Renault zeigt Interesse an den Aufzeichnungen der amerikanischen Geschwindigkeitsrennen. Doch in diesem Fall dreht es sich nicht darum, einen neuen Geschwindigkeitsrekord zu brechen. Hier sind die Details.
Zwischen den 1920er und 1950er Jahren kam es zu einer Vielzahl von Rekorden, die in dieser Zeit erzielt wurden. Die erfolgreichsten Prototypen von Renault, die 1926 beim 24-Stunden-Rennen in Montlhéry an den Start gingen, schafften es, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 173,649 km/h über 4.000 km zurückzulegen. Ein Jahr später, 1956, wurde ein Geschwindigkeitsrekord auf dem Grand Lac Salé de Bonneville in den USA aufgestellt, wo das Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von 308,85 km/h erreichte. 1934 stellte das Unternehmen mit dem Nervasport und inspiriert durch die Luftfahrt den ersten Landrenner vor, der die 500 km/h-Grenze überschritt, angetrieben von einem 6-Zylinder-Motor mit beeindruckenden 3.660 PS im berühmten Caudron C.460 Monoplan.
Die Königin … der Effizienz

Ein Jahrhundert später widmen sich die Teams unter der Leitung von Luca de Meo der Renault-Gruppe der wertvollen Erbschaft der Rekordstudie 2025 mit dem Nervasport im Fokus. In diesem Zusammenhang wird die Herausforderung 2025 nicht darin bestehen, Geschwindigkeitsrekorde zu brechen, obwohl sie 2016 mit einem Venturi 549 km/h erreicht haben. In diesem Jahr wird es in Paris darum gehen, neue Maßstäbe in der Effizienz zu setzen, wobei eine 87-kWh-Batterie aus dem innovativen E-Tech genutzt wird, um einen 5,12 m langen, 1,19 m hohen und mit nur einer Tonne Gewicht ausgestatteten Prototyp voranzutreiben, während die genauen Spezifikationen des Elektromotors noch bekannt gegeben werden müssen.
Der Luftwiderstand wird minimiert

Um sämtliche Luftwiderstände zu minimieren, haben Ingenieure daran gearbeitet, die Luftströmungen um das Fahrzeug zu optimieren. Dabei wurde besonders darauf geachtet, wie die Übergänge zwischen verschiedenen Fahrzeugzonen gestaltet sind. Auch die Räder, die häufig aerodynamische Störungen verursachen, wurden so konzipiert, dass ihre negativen Effekte auf die Gesamtleistung minimiert werden. Die aerodynamische Entwicklung wurde zunächst mithilfe digitaler Simulationen vorangetrieben, bevor im Frühjahr erforderliche Anpassungen durchgeführt wurden.
Maximale Gewichtseinsparung

Parallel dazu haben die technischen Teams eine optimale Gewichtsverteilung des Fahrzeugs angestrebt, indem sie jede Komponente genau analysierten, um das Gewicht zu reduzieren und gleichzeitig die nötige Steifigkeit beizubehalten. Hierbei wurden Materialien wie Aluminium, Kohlenstoff und verschiedene Stahllegierungen verwendet, um eine maximale Minimierung des Materialeinsatzes zu erreichen, ohne die mechanische Stabilität zu gefährden. Durch den Einsatz von „Scalmylloy“ – einer besonders widerstandsfähigen Aluminiumlegierung, die speziell für den 3D-Druck entwickelt wurde – konnten die Ingenieure komplexe Teile mit höchster Präzision herstellen und das Gesamtgewicht des Fahrzeugs erheblich reduzieren.
Ohne Lenksäule

Durch den Einsatz von 3D-Druck konnten sowohl Materialverluste minimiert als auch die Struktur der produzierten Teile optimiert werden. Die dabei erzeugten Komponenten sind leicht, robust und speziell auf die Leistung des Fahrzeugs abgestimmt. Zudem ersetzt der Einsatz vollständig elektronischer Steuerungen die herkömmlichen mechanischen Systeme für Lenkung und Bremsverlagerung durch moderne „Drive-by-Wire“-Technologien, was mehr Raum für das Design des Fahrzeugs schafft und das Gewicht weiter optimiert. Einige dieser Lösungen werden von Renault in naher Zukunft in der Serienproduktion implementiert.
Auf zur Retromobile

Wer die Gelegenheit nutzen möchte, diese außergewöhnliche Schöpfung zu bewundern, sollte sich den Zeitraum vom 5. bis 9. Februar im Kalender markieren, wenn die Retromobile Messe in der Pariser Expo Porte de Versailles stattfindet. Danach wird eine zweite Phase dieser Studie in der zweiten Jahreshälfte 2025 ins Auge gefasst, um den erwähnten Effizienzrekord zu übertreffen, wobei die genauen Parameter noch zu definieren sind. Wir dürfen daher gespannt sein und hoffen, das Fortschreiten dieser Entwicklungen zu verfolgen.
