Teamkollege von Gabriel Bortoleto: Nico Hülkenberg zeigt sich spürbar zufrieden mit den Schritten, die der junge Brasilianer setzt.
Es ist Aufbruchsstimmung beim Schweizer Sauber F1 Team — der Weg Richtung Audi ab 2026 ist bereits eingezeichnet —, und genau da wirkt die Paarung aus Routinier Nico Hülkenberg und dem Neuling Gabriel Bortoleto wie ein wohl dosierter Mix. Der Deutsche bringt die langen Winter der Formel 1 im Gepäck mit, der Brasilianer kommt frisch an, doppelt gekrönt aus der F2, noch mit dem Geruch von neuem Leder im Helm. Vor dem Grand Prix in Brasilien wurde Hülkenberg auf seinen 21-jährigen Teamkollegen angesprochen. Die Antwort klang nicht nach Floskel, sondern nach einem ehrlichen Nicken. Er zählte Bortoleto sinngemäß zu den spannendsten Rookies, die ihm seit geraumer Zeit untergekommen sind — hohe Grundqualität, lernwillig wie ein Schwamm, und auf Anhieb schnell. Der 38-Jährige sprach das ruhig aus, wie jemand, der das Tempo kennt, wenn es ernst wird, und der spürt, wenn ein junger Fahrer die Linie nicht nur trifft, sondern versteht.
Mit Blick nach vorne
Was Hülkenberg über Bortoleto sagt, ist mehr als höfische Diplomatie im Fahrerlager: Es ist Respekt, Anerkennung für ein Talent im Entfalten — und eine kleine Wette auf das, was kommt. Für Sauber ist das ein Zeichen: Dieses Duo will gemeinsam arbeiten, sich gegenseitig schärfen, und die Fundamentsteine für das Audi-Projekt legen. Bemerkenswert ist, wie Hülkenberg Bortoletos Lernkurve betont: die saubere Touren-Konstanz, das fehlerarme Auftreten für einen Rookie, dieses ruhige, präzise Nachfassen von Runde zu Runde. Das lässt durchblicken, dass man in Hinwil den Brasilianer nicht bloß als Nachwuchsakteur auf Sicht führt, sondern als Baustein für die mittlere und längere Strecke. Natürlich legt das auch eine feine Last auf seine Schultern — Erwartungen, die wie ein leichter Druck auf dem Bremspedal liegen. Nicht erdrückend. Aber spürbar.
Kurz zusammengefasst
Nico Hülkenberg agiert faktisch als Leitfigur für Gabriel Bortoleto — ohne das Etikett laut anzustecken — und macht kein Hehl daraus, wie viel er dem Neuen zutraut. Bortoleto ist für ihn nicht nur ein Junior, den man behutsam führt; heuer gilt er intern bereits als Fahrer, der sofort Leistung auf den Tisch legen kann. Das ist kein Trommelwirbel. Eher das klare Ticken einer Uhr, die Richtung Zukunft läuft.

