HomeNewsSeat Arona Facelift im Test: SUV kaufen? Konkurrent des Renault Captur

Seat Arona Facelift im Test: SUV kaufen? Konkurrent des Renault Captur

Die Identitätskrise nach der Emanzipation der Sporttochter Cupra? Bei Seat spürt man sie – klar. Und doch: Die Spanier bleiben da, wo es zählt, mit einer kompakten, fokussierten Modellpalette. Ibiza. Und sein urbaner SUV-Ableger Arona. Genau der rollt jetzt mit feinen Retuschen an die frische Luft – und hält dabei die Preisschraube angenehm fest.

Der Arona bleibt ein Auto, das junge Augen sucht. Er blinzelt scharf, mit Scheinwerfern, deren Kanten manche an die Corsa erinnern mögen – nur dass seine neue Full-LED-Signatur, vorne wie hinten, deutlich entschlossener auftritt. Der Grill? Je nach Ausstattung (Copa oder FR) anders gemustert, wie zwei Anzüge für denselben Körper: mal sachlich, mal sportlich. Die beiden Nebler in der Mitte der Front – dieser etwas krebsäugige Blick – sind verschwunden und wanderten unauffälliger nach unten. Drei frischere Lacke bringen Farbe ins Grau des Alltags, der Heckdiffusor wurde dunkler abgetönt, und die neuen Felgendesigns (16 bis 18 Zoll) geben dem Auftritt jene letzte Spur Schärfe, die man nicht messen muss, um sie zu spüren.

Induktionsladen mit Luft – und Luft nach oben

Innen beginnt die Ansprache genau dort, wo man ein Auto „berührt“. Das Lenkrad liegt jetzt spürbar satter in der Hand, das Leder wirkt feinporig, fast warm. Die Sitze tragen ein neues, leicht geprägtes Muster, das beim ersten Hineinsinken freundlich grüßt. In der FR-Version sind die Vordersitze straffer gezeichnet, mit einem Hauch Schalensitz – haltgebend, ohne verkrampft zu wirken. Aber: Die Ellbogen bekommen weniger Zuwendung. Auf den Türarmlehnen findet man kaum nachgiebige Materialien, und unterhalb der schön soften Oberseite der Armaturentafel wird’s schnell hart – hier und da mit Spaltmaßen, die einen kontrollierenden Blick zurückfordern. Kein Drama. Aber sichtbar.

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Die Bedienlandschaft bleibt bekannt: ein digitales Kombiinstrument zwischen 8 und 10,25 Zoll, flankiert von einem 8,25- bis 9,2-Zoll-Touch in der Mitte. Nicht die größten Tafeln im Schaufenster – der Puma protzt mehr – doch die Logik stimmt, Wischen und Tippen gehen ohne Denkpause. Das 15-Watt-Induktionsladen (optional) wurde belüftet. Kleines Feature, große Wirkung: Das Handy bleibt kühl, der Alltag entspannt. Und der Raum? Hinten überraschend luftig überm Scheitel, vorne angenehm aufgeräumt, dazu ein 400-Liter-Kofferraum mit doppeltem Boden. Das ist solide – relativiert sich aber gegen Banker-Riesen wie Peugeot 2008 (434 l), den Konzern-Cousin VW T-Cross (455 l) oder den Renault Captur (616 l) mit verschiebbarer Rückbank. Zahlen, die beeindrucken – alltagstauglich bleibt der Arona trotzdem.

Nicht zu viel des Guten

Drei Motorisierungen, drei Temperamente: der 1,0-Liter-Dreizylinder mit 95 PS (5-Gang-Handschalter), derselbe mit 115 PS (6-Gang oder DSG7) und der 1,5-Liter-Vierzylinder mit 150 PS (DSG7). Der 115-PS-Turbo? Für den Alltag völlig ausreichend. Er packt an, ohne prahlerisch zu sein – wie ein Boxtrainer, der nur dann laut wird, wenn’s sein muss. Dreht man ihn hoch, vibriert er und wird rau, da zeigt der Dreizylinder seine Ecken. Das Start-Stopp-System? Beim Wiederanwerfen mit Turbulenzen, die man hört und spürt. Die DSG7, normalerweise ein Muster an Souveränität, lässt hier beim Wiederbeschleunigen gelegentlich eine Sekunde verstreichen. Nicht katastro­phal, aber spürbar. Die FR-Variante bringt Fahrmodi, inklusive Individual – gut, wenn man seinen eigenen Takt kennt.

Autohersteller verkuppeln leider oft die bissigere Getriebe-Abstimmung mit einer schärferen Motorcharakteristik – und schon zieht der Verbrauch an: spätere Hochschaltungen, höhere Drehzahlen. Unser Schnitt: 6,3 l/100 km. Da geht etwas weniger, aber kein Wert, der Stammtisch-lizenziert wäre. Dafür kann das Fahrwerk punkten: Mit 18-Zöllern (Option) lenkt der Arona präzise ein, bleibt in der Kurve sauber auf Linie, ohne über Querrillen hart zu werden. Kein Brett. Eher ein fester Handschlag.

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Der Trumpf: der Preis

Ab 25 600 € (TSI 95, 5-Gang, Copa) steigt man beim Arona ein – und das ist, bei Licht betrachtet, stark. Gerade neben einem Peugeot 2008 100 PS 6-Gang Style (ab 28 050 €), einem Renault Captur Eco-G 100 PS 6-Gang (ab 26 400 €) oder dem Ford Puma Hybrid 125 PS 6-Gang Titanium (ab 27 490 €). Ja, die letzten beiden bringen technisch aufwendigere Antriebe mit. Doch der Arona kontert in der Copa-Ausstattung mit Dingen, die woanders Aufpreis bedeuten – oder gar nicht gemeinsam in der Basis zu haben sind: 16-Zoll-Alus, LED-Licht, Rückfahrkamera, elektrisch anklappbare Außenspiegel, zwei Digital-Displays, Stoffeinsätze in den Türverkleidungen, geprägte Sitzbezüge. Summe der Details? Ein stimmiges Paket.

Unser Testwagen, der 1.0 TSI mit 115 PS und DSG7, steht mit 28 070 € in der Liste. Damit bleibt der Spanier preislich im Vorteil – auch wenn die genannten Rivalen in dieser Leistungs- und Automatik-Liga bereits mild- bis vollhybridisieren (Renault). Mildhybrid? Kommt beim Arona 2026. Notwendig, um den ökologischen Malus des aktuellen TSI 115 zu senken, der 2025 zwischen 330 und 1 386 € kassiert. Politik trifft Technik – und am Ende die Geldbörse.

UNSER FAZIT

Der Arona spielt seine Stärken im Alltag und auf der Landstraße souverän aus. Doch sein bekannter, völlig ausreichender Antrieb wird bald die Stütze durch eine sanfte Hybridisierung brauchen. Hoffen wir, dass er dabei seinen Preisvorteil wahrt – denn genau dieses Verhältnis aus Ausstattung und Kosten ist sein schärfstes Werkzeug.

Das mögen wir + :

  • Stabiles, präzises Fahrverhalten
  • Großzügige Platzverhältnisse hinten
  • Belüftetes Induktionsladen fürs Smartphone
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Das stört – :

  • Akustisch präsenter Dreizylinder
  • Verarbeitungsqualität mit Luft nach oben
  • DSG7-Abstimmung nicht immer auf den Punkt

Technische Daten Seat Arona (Facelift)

Gefahrene Version: TSI 115 DSG7 Style (diese Ausstattung in Frankreich nicht im Handel)

Preis ab: 25 600 €

Werksverbrauch (l/100 km): 5,5 bis 5,9

Werksreichweite (km): k. A.

CO₂ (g/km) / Malus: 126 bis 139 / 330 € bis 1 386 €

Steuerleistung: k. A.

Fertigungsland: Spanien

ANGEBOTENE PALETTE

Ausstattungen: Copa und FR

TSI 95 5-Gang

TSI 115 6-Gang / DSG7

TSI 150 DSG7

Fahren

Motor: 3-Zylinder, 1,0 Liter

Antrieb: Front, DSG7

Leistung (PS): 115

Drehmoment (Nm): 200

Leergewicht (kg): 1 231

Länge x Breite x Höhe (m): 4,16 x 1,78 x 1,53

Radstand (m): 2,56

Vmax (km/h): 195

0–100 km/h (s): 9,9

Bereifung Testwagen (v/h): 215/45 R18 89V

Leben an Bord

Kofferraum (l): 400

Wichtigste Wettbewerber (vor Malus und eventuellen Rabatten)

Peugeot 2008, ab 28 050 €

Renault Captur, ab 26 400 €

Ford Puma, ab 27 490 €

Und am Ende der Fahrt, wenn der Motor leise ausklingt, bleibt dieses Bild: Der Arona will niemandem etwas beweisen. Er macht. Unaufgeregt, ehrlich, mit einem Seitenblick auf die Rechnung. Genau deshalb passt er so gut in den Alltag – und in viele Garagen.

antoine Bouquet
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Antoine Bouquet ist Redakteur bei MotorNews, wo er seine Leidenschaft für Autos mit seinen soliden journalistischen Fähigkeiten verbindet, die er sich im Laufe seiner akademischen Laufbahn angeeignet hat. Er hat an der Universität Paris-Sorbonne einen Master in Journalismus und Kommunikation absolviert und sich an der Journalistenschule in Lille auf Automobiljournalismus spezialisiert, wodurch er in seinen Texten journalistische Genauigkeit und technisches Fachwissen vereinen kann. Mit seiner mehrjährigen Erfahrung in der Fachpresse ist Antoine für seine Fähigkeit bekannt, die neuesten Innovationen in der Automobilbranche gründlich zu analysieren und diese Informationen gleichzeitig für ein breites Publikum zugänglich und interessant zu machen. Seine Arbeit deckt ein breites Themenspektrum ab, das von Fahrzeugtests über neue Technologien bis hin zu Marktentwicklungen und Umweltfragen der Branche reicht. Für weitere Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie ihn per E-Mail kontaktieren : antoine.bouquet@motornews.fr
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