SLAM rüstet sich für Hochleistungs-Schnellladen mit bis zu 150 kW

Schnellladenetz für Achsen und Metropolen

  • Grundlage für transeuropäischen elektrischen Verkehr
  • Anpassung der Zuschussbedingungen beschlossen
  • erste Schnellladestationen und hochleistungsbefähigte Standorte werden diesen Herbst errichtet

Berlin – Mit der ab sofort wirksamen Änderung der Zuschussbedingungen im Projekt SLAM – Schnellladenetz für Achsen und Metropolen – haben sich die Konsortialpartner BMW Group, Daimler AG, DG VERLAG eG, EnBW AG, Porsche AG, RWTH Aachen University, das Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart und die Volkswagen AG gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie als förderndem Ministerium dazu entschlossen, den Fokus von SLAM bewusst zu vergrößern und schon heute die nächste technische Ausbaustufe der Elektromobilität zu berücksichtigen.

Unter anderem an den „Hot Spots“ im deutschen Verkehrsnetz wird es in Zukunft möglich sein, ein Elektrofahrzeug mit bis zu 150 kW maximaler Leistung zu laden. Dies entspricht der dreifachen Leistung heutiger DC-Schnellladeinfrastruktur, es verkürzt die Ladedauer noch einmal erheblich und macht die Reise mit einem Elektrofahrzeug auf längeren Strecken deutlich komfortabler. Für die Definition der Hot Spots liegt wiederum die Standort potentialprüfung der Universitäten zugrunde. Private Investoren können bereits heute ihre Standorte so vorbereiten, dass eine Aufrüstung der Infrastruktur von 50 kW auf 150 kW im Nachhinein leicht und kosteneffizient möglich ist. Die ersten Hochleistungs-Schnellladestationen werden binnen zwei Jahren aufgebaut. Diese dienen der wissenschaftlichen Untersuchung der Anforderung rund um das 150 kW-Laden und werden als erstes für die Erprobung durch die Automobilhersteller verwendet. Nach der Serieneinführung des Hochleistungs-Schnellladens kann im Anschluss sehr rasch auf die schnell steigende Nachfrage nach 150 kW-Schnellladestationen reagiert werden. Das Konsortium und das Bundeswirtschaftsministerium sind sich sicher, damit zur rechten Zeit die Weichen gestellt zu haben, damit Deutschland Leitanbieter für Elektromobilität bleiben kann.

Für Investoren wurde zudem die Möglichkeit geschaffen, weitere Schnellladetechnologien in die Ladeinfrastruktur zu integrieren, dieses findet außerhalb der Bezuschussung statt und fließt nicht in die Forschungsergebnisse von SLAM ein. Der Zuschuss beträgt für 50 kW-Ladesäulen bis zu 50 % der förderfähigen Kosten. Die Vorbereitung für 150 kW-Ladestationen wird mit bis zu 75 % der Kosten durch den Projekt-Fonds des Bundeswirtschaftsministeriums rückerstattet.

Genauere Informationen unter >> SLAM Investoren

Die Erweiterungen hinsichtlich der Zukunftssicherheit von Ladeinfrastruktur in Deutschland wurden von möglichen Investoren sehr positiv aufgenommen. Zum aktuellen Zeitpunkt liegen eine erhebliche Anzahl an Interessensbekundungen und Bewerbungen für den Aufbau von Ladesäulen und die Hochleistungsbefähigung von Standorten vor. Nach derzeitigem Stand ist die Inbetriebnahme des ersten bezuschussten Standorts im September dieses Jahres geplant.

Die Notwendigkeit für die Verfügbarkeit öffentlicher Ladeinfrastruktur wird immer wieder deutlich. Der Aufbau eines bundesweiten DC-Forschungs-Schnellladenetzes wird helfen, dass Deutschland die Lücke bei den Zulassungen von Elektrofahrzeugen im Vergleich zu anderen Märkten schließen und das Ziel der Bundesregierung von 1 Mio. Elektrofahrzeugen bis 2020 noch erreicht werden kann.

Forschungsinhalte von SLAM

SLAM ist mit dem Auftrag gestartet, den Themenkomplex um das CCS-Schnellladen zu erforschen. Hierzu ist der Aufbau eines Forschungsschnellladenetzes notwendig, um die Datengrundlage für die Analysen auf Basis einer geeigneten Ladeinfrastruktur zu gewinnen.
Zu den Forschungsinhalten gehört ein Simulations- und Standortkonzept, um künftig den Bedarf neuer Ladesäulen zu prognostizieren. Daran schließt die Entwicklung neuer
Geschäftsmodelle für die Betreiber der Standorte an, deren Interesse auf einem langfristig wirtschaftlichen Betrieb der Infrastruktur liegt.

Für den Kunden wird ein einheitliches Abrechnungssystem implementiert, sodass Zugang und Abrechnung an allen Ladesäulen vereinheitlicht wird. Des Weiteren und insbesondere für die Automobil- und Ladesäulenhersteller interessant ist die Entwicklung eines „Golden Test Device“, eines standardisierten Testgerätes, mit dem die Ladesäulen- und Automobilhersteller ihre neuen Entwicklungen schnell und kostengünstig auf Konformität zu dem herrschenden Standard überprüfen können.

Im Rahmen des Projektes werden auch die netzseitigen Auswirkungen des Hochleistungs-Schnellladens exemplarisch untersucht und daraus Anforderungen an das Stromnetz der Zukunft bzgl. Energie- und Lastmanagements abgeleitet.

Das Projekt SLAM hat ein Gesamtbudget von 12,9 Mio. Euro und wird vom Bundeswirtschaftsministerium mit insgesamt 8,7 Mio. Euro über den Projektverlauf bis August 2017 gefördert. Die Bundesregierung hat SLAM im Rahmen der Nationalen Konferenz Elektromobilität Mitte Juni in Berlin zu einem von sieben „Leuchtturmprojekten
Elektromobilität“ ernannt.

© RWTH Aachen University ika-Institut für Kraftfahrzeuge / SLAM rüstet sich für Hochleistungs-Schnellladen mit bis zu 150 kW

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