Die große Bühne hatte längst anderen gehört – Model 3 und Model Y füllen die Garagen, schreiben die Verkaufsstatistiken, spielen den Hit in Dauerschleife. Und doch: Die alten Haudegen Model S und Model X rollen noch einmal vor. Nicht mit Fanfaren, eher mit einem feinen Nicken. Eine zweite Überarbeitung nach 2021, leichter, gezielter, spürbar an den richtigen Stellen. Man setzt sich hinein, macht die Tür zu – und die Welt wird leiser. Kein großes Drama. Ein gelassenes Weiter-so, nur besser.
Die S-Klasse à la Tesla und ihr hochgewachsener Bruder X waren nie die Volkshelden im Programm – dafür waren sie immer die Pioniere. Vor gut einem Jahrzehnt haben sie der Marke die Tür in den Premium-Kosmos aufgestoßen. Genau deshalb gibt’s jetzt noch einmal frisches Blech und feine Technik: keine Revolution, eher eine sorgfältige Nachschärfung fürs Heute.
Die Kalifornier sprechen von mehr Komfort und einem Touch mehr Stil – und das merkt man nach ein paar Kilometern sehr konkret: Die aktive Geräuschunterdrückung greift früher und schlauer ein, die Dämmung wirkt dichter, der Innenraum klingt nun wie ein gut isoliertes Tonstudio. Außen fällt der Feinschliff an den Stoßfängern auf, dazu neue Felgendesigns: beim Model S 19″ oder 21″, beim Model X 20″ oder 22″. Neu an Bord: eine Frontkamera, adaptive Scheinwerfer, eine aufmerksamere Toter-Winkel-Anzeige und eine dynamische Ambientebeleuchtung, die nicht protzt, sondern Stimmung macht.
Im Model X wird die dritte Sitzreihe neu gedacht – mehr Schulterfreiheit, weniger Turnübung beim Einsteigen. Die Bedienoberfläche wirkt entschlackt und schneller, die Luftfederung wurde sanfter abgestimmt, ohne in Watte zu fallen. Und weil Effizienz bei Tesla kein Schlagwort, sondern Sport ist, kommen aerodynamisch optimierte Felgen und Reifen mit niedrigem Rollwiderstand dazu. Kleines Detail, großer Effekt – genau so fühlt es sich an.

Reichweite: ein bisserl mehr, aber spürbar
Ein paar Millimeter hier, ein paar Software-Zeilen da – und schon wächst der Atem auf der Langstrecke. Tesla nennt nun bis zu 744 km WLTP für das allradgetriebene Model S. Die Plaid-Variante – der Muskelprotz im Maßanzug – kommt mit 611 km aus. Beim Model X stehen jetzt bis zu 649 km WLTP (Allrad) sowie 609 km (Plaid) im Datenblatt. Zuvor lagen die Werte bei 654 km (S) und 600 km (X). Die Zuwächse sind nicht gigantisch, aber sie passen perfekt in den Alltag: weniger Laden, mehr Fahren, weniger Planen, mehr Fließen.
Interessant und im Fahrbetrieb sofort fühlbar: Die Performance soll stabiler über Außentemperaturen hinweg anliegen. Keine nächtlichen Wunder, kein Marketingzauber – einfach ein Antrieb, der morgens im kalten Feber genauso wach ist wie an einem warmen Julitag. Wie Tesla das genau geschafft hat, bleibt unausgesprochen. Am Lenkrad aber ist es spürbar: der erste Tritt aufs Fahrpedal ist satter, reproduzierbarer, verlässlich.

Seit Feber 2025, als die Palette neu sortiert und die Preise mutig angehoben wurden, bleibt die Auswahl klar: Zwei Ausführungen fürs Model S – beide mit Allrad, beide schnell, aber mit unterschiedlichem Temperament. Die Allrad-Version startet in Frankreich bei 109.990 €; 240 km/h Spitze, 0–100 km/h in 3,2 s. Mehr braucht man nicht – bis man im Plaid sitzt. Ab 119.990 € gibt’s 1.020 PS, 322 km/h obenraus und 2,1 s auf Hundert. Das ist nicht nur schnell, das ist Kinnladen-Gymnastik.
Gleiches Spiel beim Model X mit seinen berühmten Falcon-Wing-Türen: Allrad ab 114.990 €, Plaid ab 124.990 €. Ein SUV, das Kurven mag? Auf dem Papier klingt’s immer gewagt. In echt hilft das tief liegende Akkupaket, der Schwerpunkt bleibt brav unten, die Karosserie hält still – der X zieht nicht die Backen auf, er bleibt souverän, auch wenn’s enger wird.
Preise Tesla Model S (Oktober 2025):
| Version | Preis (in €) | Reichweite (WLTP) |
| Allrad | 109.990 | 744 km |
| Plaid 1.020 PS | 119.990 | 611 km |
Preise Tesla Model X (Oktober 2025):
| Version | Preis (in €) | Reichweite (WLTP) |
| Allrad | 114.990 | 649 km |
| Plaid 1.020 PS | 124.990 | 609 km |
Fotos: Motornews
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Kurz gesagt
Statt Ruhestand gibt’s ein zweites Frischluft-Update: Model S und Model X werden leiser, bequemer und ein Stück effizienter. Kein lautes Spektakel – eher die ruhige Hand eines Profis, der weiß, wo ein Auto atmen muss.
