Er sitzt nicht mehr im Cockpit, aber der Motorlärm ist ihm nicht aus dem Kopf gegangen. Zwischen Ford und Red Bull werkelt Daniel Ricciardo heute an einem gemeinsamen Projekt – nicht im Rennoverall, sondern mit Notizbuch und feinem Gehör für alles, was nach Geschwindigkeit klingt. 36 Jahre alt, Helm an den Haken gehängt, aber die Hände greifen gedanklich noch immer nach dem Lenkrad. Er sagt es ohne Pathos: Die aktive Karriere liegt hinter ihm, die Liebe zu allem, was fährt, bleibt – stur wie ein alter Rennreifen, der einfach weiter Grip hat. Und ja, der Alltag ist wieder normaler geworden. Kein Trainingslager mehr für den Nacken, dieser ewige Schmerzpunkt eines Formel-1-Lebens. Mit einem Grinser meint er: Der Hals ist nimmer das, was er einmal war – und Gott sei Dank gibt’s keine Nackeneinheiten mehr. Die hat er nie gemocht. Man hört fast, wie eine Boxencrew aufatmet.
Ricciardo staunt über Verstappen
Ford spannt für 2026 mit Red Bull zusammen, und plötzlich steht der frühere Publikumsliebling wieder näher an der großen Bühne als gedacht. Wer so viele Jahre Tür an Tür mit dem Wahnsinn gelebt hat, bleibt wachsam: Ricciardo verfolgt, misst, vergleicht – mit dem Instinkt eines Fahrers, der die kleinste Balanceverschiebung im Sitz gespürt hat. Und was ihn heuer besonders beschäftigt: die späte Angriffslust von Max Verstappen. Da ist kein Staunen aufgesetzt, sondern nüchterne Bewunderung. Der Bursche hat schlicht begnadetes Talent, sagt Ricciardo sinngemäß. Wie Verstappen zum Saisonende das Feld von hinten aufrollte, das sei – seine Worte, unsere Gänsehaut – völlig verrückt. Solche Läufe machen die Titeljagd 2025 nur schärfer, pfeffriger. Vor allem, weil bei McLaren zwei Fahrer sitzen, die einander nichts schenken. Mehr Spannung? Eh schon da. Aber jetzt knistert’s noch ein Stückchen lauter, wie Reifen auf noch warmem Asphalt.
Kurz zusammengefasst
Nach dem Abschied vom Rennsitz meldet sich Daniel Ricciardo als Ford-Racing-Botschafter zurück – entspannt, aber unverändert motorsportverliebt. Verstappens späte Aufholjagd nennt er wild und beeindruckend. Sein Fazit: Die WM 2025, besonders mit Blick auf die McLaren-Paarung, dürfte noch intensiver werden.

