Max Verstappen und Kimi Antonelli hatten sichtlich Gaudi am Podest des Brasilien-GP – und ließen ausgerechnet den Sieger, Lando Norris, allein zurück. Man sah’s in den Gesichtern, man hörte’s im Korkenknall. Zwei Fahrer, die sich gefunden haben; einer, der still blieb, mit der Siegerkappe in der Hand.
Interlagos, diese bucklige Achterbahn am Rand von São Paulo, hat gestern wieder Geschichten geschrieben. Am Ende hat Lando Norris im McLaren den Deckel draufgemacht – sauber, kontrolliert, ohne Pathos, dafür mit Biss. Sein Vorsprung in der Gesamtwertung wächst, und mit jedem Kilometer wirkt die Sache titelreif. Hinter ihm hat Kimi Antonelli im Mercedes ein reifes Stück Arbeit abgeliefert: Platz zwei, nüchtern hingestellt wie ein guter Espresso, ohne Zuckerl, dafür mit ordentlichem Nachhall. Und dann Max Verstappen: Dritter. Von der Boxengasse los – die Handschuhe noch feucht, der Puls frisch – und sich durch das Feld gefräst, als würde die Strecke die Tür von selbst aufmachen. Vierfacher Titelträger en suite und immer noch hungrig. Antonelli staunte später offenherzig: Den Holländer hab ich so nicht kommen sehen. Verständlich. Man spürt ihn oft erst, wenn er schon da ist.
Verstappen und Antonelli – am Podest wie mit Klebstoff
Nach der Zieldurchfahrt atmete Interlagos aus. Die Luft warm, das Licht weich, die Motoren nur noch nachglühend. Am Podest dann das kleine Theaterstück, wie es nur der Rennsport kann: Verstappen und Antonelli, Seite an Seite, die Flasche in der Hand, der Schaum kalt, die Stimmung locker – zwei Rivalen, die für einen Augenblick Team spielen. Norris? Der stand ein Stück daneben, Siegerkranz auf der Schulter, ein bisschen wie der beste Schüler, dem in der Pause keiner den Ball zuspielt. Es war kein Affront, eher ein Moment der Chemie: der Routinier, der mit dem jungen Mercedes-Mann lacht, sprüht, nickt – und nicht den kleinsten Schritt auf Norris zu macht. Man kennt solche Abende. Wer zusammen fightet, feiert oft auch zusammen. Und manchmal bleibt der Sieger der Stillste.
Max und Kimi wichen einander am Podest keinen Zentimeter – ein echter Schulterschluss. 🫂#F1 #BrazilGP pic.twitter.com/TKJvVXpp4g
— Le Sprint (@LeSprintEdition) 9. November 2025
Kurz gefasst
Max Verstappen und Kimi Antonelli waren am Podest des Brasilien-GP kaum zu trennen – sehr zum Nachteil von Lando Norris, der zwar gewann, aber allein stand. Gefahren wurde in Interlagos; am Ende holte Norris den Sieg, Antonelli wurde Zweiter, Verstappen kämpfte sich von der Boxengasse noch auf Platz drei.

