Vier Millionen Transporter aus Düsseldorf: Mercedes-Benz Werk Düsseldorf feiert Transporter-Jubiläum und Spendenübergabe an Deutsches Rotes Kreuz

Düsseldorf – Im Mercedes-Benz Werk Düsseldorf ist heute der viermillionste Transporter vom Band gelaufen. Der Standort ist mit 6.500 Beschäftigten das internationale Leitwerk für den Sprinter, den Weltbestseller von Mercedes-Benz Vans.

  • Jubiläumsfahrzeug und Spende in Höhe von 10.000 Euro gehen an das Deutsche Rote Kreuz in Köln
  • Vergangenheit: Seit 1962 Transporter-Fertigung am Standort Düsseldorf
  • Gegenwart: volle Auslastung und Sonderschichten
  • Zukunft: Investitionen in Höhe von 300 Millionen Euro
  • Martin Kelterer: „Heute lassen wir gemeinsam den viermillionsten Transporter vom Band rollen. Nach 53 Produktionsjahren ein bedeutender Erfolg, sowohl für uns als auch für unseren Standort.“

Martin Kelterer, verantwortlich für das Düsseldorfer Sprinterwerk, bedankte sich bei den Beschäftigten für ihr Engagement:

Im vergangenen Jahr haben wir in Düsseldorf rund 167.000 Transporter produziert. Dieser Rekordwert war nur dank des hohen Einsatzes aller Kolleginnen und Kollegen hier am Standort möglich. Und heute lassen wir gemeinsam den viermillionsten Transporter vom Band rollen. Nach 53 Produktionsjahren ein bedeutender Erfolg, sowohl für uns als auch für unseren Standort. Dafür möchte ich Ihnen allen herzlich danken. Denn der Sprinter ist das Rückgrat und der absatzstärkste Transporter von Mercedes-Benz Vans. Und das Werk Düsseldorf spielt dabei als Leitwerk für die Sprinter-Produktion eine entscheidende Rolle.

Thomas Geisel, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, sagte bei der heutigen Veranstaltung im Werk:

Der Sprinter, der hier produziert wird, ist ein Flaggschiff unter den Mercedes-Benz Nutzfahrzeugen. Qualität made in Düsseldorf, deren Erfolgsgeschichte weiter geht. Der Daimler-Konzern, als hochinnovatives Unternehmen, passt hervorragend zum dynamischen Standort Düsseldorf.

Jubiläumsfahrzeug geht an das Deutsche Rote Kreuz in Köln

Vier Millionen Transporter sind auch für ein vollbeschäftigtes Werk wie Düsseldorf ein Anlass zum Feiern: Bei dieser Gelegenheit übergab Standortleiter Martin Kelterer das Jubiläumsmodell an das Deutsche Rote Kreuz in Köln. Der Mercedes-Benz Sprinter 313 CDI Kombi wird dort künftig im Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität eingesetzt. Das Deutsche Rote Kreuz Köln führt seit 30 Jahren Behindertenfahrdienste im gesamten Stadtgebiet Köln durch. Der Fahrdienst ist täglich unterwegs und hat aktuell 24 Fahrzeuge im Einsatz. Zudem überreichte Martin Kelterer einen Spendenscheck über 10.000 Euro an Albert Sienz, Fachbereichsleiter Deutsches Rotes Kreuz in Köln. Mit der Spende wird die neue Notunterkunft für Flüchtlinge in Köln-Porz unterstützt und ein Spielplatz für die Flüchtlingskinder gebaut.

Seit 1962 Transporter aus Düsseldorf

Die damalige Daimler-Benz AG übernahm das Werk Düsseldorf Anfang der sechziger Jahre von der Auto Union. Im April 1962 begann in Düsseldorf die Fertigung der Transporter von Mercedes-Benz. In den folgenden Jahren wurde Düsseldorf Schritt für Schritt zum zentralen Transporterwerk des Konzerns ausgebaut. In mehr als 50 Jahren sind hier Transporterlegenden wie der L 319, der „Düsseldorfer Transporter“, der T1/“Bremer Transporter“ sowie der Großtransporter T2 und spätere Vario vom Band gelaufen.

Seit 1995 wird ausschließlich der Mercedes-Benz Sprinter in Düsseldorf gefertigt. Kurz nach seiner Einführung übersprang die jährliche Produktion 1996 erstmals die Hürde von 100.000 Transportern und eilt seitdem von Rekord zu Rekord.

Gegenwart: Aktuell volle Auslastung und hohe Investitionen in Zukunft des Standortes

Aktuell fertigen die 6.500 Mitarbeiter des Werks Düsseldorf an jedem Arbeitstag 725 Transporter. Die Nachfrage nach dem im Jahr 2013 vorgestellten neuen Sprinter ist so groß, dass sie nur mit Sonderschichten und Samstagsarbeit zu bewältigen ist. So setzte Mercedes-Benz Vans allein im ersten Quartal 2015 weltweit 40.900 Sprinter ab; das waren 10% mehr als im Vorjahr.
Die Perspektive für den Standort ist klar festgelegt: Als einziger Hersteller im Segment großer Transporter wird Mercedes-Benz Vans auch die nächste Generation des Sprinters in Deutschland produzieren, und zwar in Düsseldorf und in Ludwigsfelde. Dazu wird Mercedes-Benz Vans insgesamt 450 Millionen Euro in die Modernisierung der beiden deutschen Werke investieren, davon allein 300 Millionen Euro in Düsseldorf. Die Investitionen stärken langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Werke und machen sie fit für den globalen Wettbewerb in diesem Segment. In diesem Zuge wird Düsseldorf zum Kompetenzzentrum für die weltweite Produktion des Sprinter ausgebaut. Experten aus Düsseldorf übernehmen zentrale Aufgaben in der Entwicklungs- und Anlaufphase der Nachfolgegeneration. In Vorbereitung auf diese kommende Generation des Transporter-Weltbestsellers investiert Mercedes-Benz Vans in Düsseldorf vor allem in die Modernisierung von Rohbau, Lackierung und Montage.
Martin Kelterer:

Mit den hohen Investitionen stärken wir langfristig die Wettbewerbsposition des Standorts Düsseldorf. Unser Werk nimmt künftig eine noch wichtigere Rolle im weltweiten Produktionsverbund von Mercedes-Benz Vans ein. Denn wir verfügen hier über eine hochqualifizierte Mannschaft mit einem enormen Erfahrungsschatz in der Transporter-Produktion. Unsere Belegschaft produziert jeden Tag Sprinter in Top-Qualität für unsere Kunden.

Der Erste: Mercedes-Benz L 319/O 319

Die ersten Mercedes-Benz aus Düsseldorf waren im April 1962 aus Sindelfingen und Mannheim zugezogen: Dort rollten zuvor der Transporter L 319 und in Mannheim sein Minibus-Ableger O 319 vom Band. Sieben Jahre zuvor hatte der L 319 als erster Nachkriegs-Transporter von Mercedes-Benz seine Premiere auf der IAA gefeiert. Er trug eine markante Optik mit geschwungener Panorama-Windschutzscheibe und einem ovalen Kühlergrill. Zugunsten eines bequemen Einstiegs war die Vorderachse ganz nach vorne gerückt.

Unter der Karosserie steckte handfeste Nutzfahrzeugtechnik. 1962 leistete der Diesel des L 319 D 37 kW (50 PS), der Benziner des L 319 brachte es auf 50 kW (68 PS). Aus heutiger Sicht nicht viel für 3,6 bis 3,9 Tonnen Gesamtgewicht. 1963 stellte Mercedes-Benz die Bezeichnung auf L 405 und L 407 um, die Ziffern stehen für das gerundete Gesamtgewicht und die gerundete Zehnerzahl der Leistung. Zu den Schmuckstücken zählten die Minibusse O 319/O 319 D mit Panoramaverglasung. Bis 1968 fertigte das Werk Düsseldorf über 72.000 Einheiten von L 319 und O 319.

Die Dauerbrenner: Mercedes-Benz “Düsseldorfer“ und Minibus O 309

In den Sechzigern löste ein neuer Großtransporter den L 319 ab. Pragmatisch wurde er nach seiner Herkunft als „Düsseldorfer Transporter“ oder kurz „Düsseldorfer“ bezeichnet. Mit den beiden Varianten L 406 D und L 408 begann Mercedes-Benz, die Typbezeichnung auf tatsächliche Fahrzeugeigenschaften zu beziehen: die Ziffern stehen für die gerundeten Angaben von Gesamtgewicht (3,5 bis 4,6 Tonnen) und Leistung, 40 kW (55 PS) für den Diesel, 59 kW (80 PS) für den Benziner.

Größer als ein Transporter, leichter als ein Lkw – das war der Schlüssel zum Erfolg des „Düsseldorfer“. Seine Form überzeugte mit zeitlos-klarer Linienführung, die Technik war robust und belastbar. Zusammen mit dem Minibus-Ableger O 309 entwickelte sich der Transporter zum Dauerbrenner. Die Serienfertigung begann 1967. Der Nachfolger ging 1986 an den Start. Der letzte „Düsseldorfer“ verließ das Werk erst 1991, exakt 25 Jahre nach den ersten Modellen. Macht rund 510.000 „Düsseldorfer“.

Der Umsiedler: Mercedes-Benz TN/T1 „Bremer“

Das Werk wechselte, der Name blieb: Die Karriere des Transporters TN/T1 begann 1977 im Werk Bremen, doch mit der Neuausrichtung des Standortes Bremen zum Pkw-Werk zog der Transporter ab 1980 nach Düsseldorf um. TN steht für „Transporter neu“, T1 für „Transporter-Baureihe eins“, deshalb wurde dieser Transporter nach seinem Herkunftsort auch „Bremer Transporter“ oder „Bremer“ genannt. Daran änderte auch der Wechsel von der Weser an den Rhein nichts.
Mit 2,8 bis 4,6 Tonnen Gesamtgewicht war der „Bremer“ der direkte Vorläufer des Sprinter. Typisch waren die kurze Motorhaube und das klare Design mit schräger Brüstung der Seitenfenster – ein Stilmerkmal für alle Transporter und Lkw mit Stern bis heute. Von 1980 bis 1995 stellte das Werk Düsseldorf rund 650.000 T1/„Bremer“ her.

Der Größte: Mercedes-Benz T2

1986 ging der Nachfolger des Dauerbrenners „Düsseldorfer“ als „T2“ an den Start. Die kantige Karosserie übernahm Stilelemente des T1 alias „Bremer“, darunter steckten ein Cockpit und viel Technik von leichten Lkw. Damit deckte der T2 eine Spanne von 3,5 bis 7,5 Tonnen Gesamtgewicht ab. Viel Platz und Nutzlast, viele Varianten – der unverwüstliche T2 hatte das Zeug für eine lange Karriere. Er setzte sie in den neunziger Jahren im Werk Ludwigsfelde fort. Dort erhielt er später den Namen „Vario“. Ab 1992 lief die Fertigung des T2 in Düsseldorf aus. Insgesamt liefen rund 90.000 Exemplare vom Band.

Der Bestseller: Mercedes-Benz Sprinter

Mitte der neunziger Jahre erneuerte Mercedes-Benz das komplette Transporterprogramm. Den Anfang machte 1995 ein Transporter, er trug als erstes Nutzfahrzeug mit Stern einen Namen: Sprinter. Der Neue löste den altgedienten T1 “Bremer“ ab und wurde schnell zum Synonym für eine ganze Fahrzeuggattung: Transporter um 3,5 Tonnen Gesamtgewicht zählen heute zur Sprinter-Klasse. Elegantes Design, fast zahllose Varianten, ergonomisch perfektes Cockpit, kräftige Motoren und eine vorbildliche Sicherheitsausstattung – der Sprinter hatte von Beginn an das Zeug zum Bestseller.

Fortlaufend weiterentwickelt, fertigte das Werk Düsseldorf den Sprinter ab 2006 in zweiter Generation. Aufgrund der großen Nachfrage werden seitdem die Fahrgestelle im Werk Ludwigsfelde produziert. Seit 2013 läuft der neue Sprinter vom Band. Der wirtschaftliche und sichere, funktionelle und komfortable Transporter setzt die Serie der Produktionsrekorde fort. Rund 2,4 Millionen Sprinter sind bisher insgesamt vom Band gelaufen. Der Sprinter wird zudem in Ludwigsfelde, in Argentinien, China, Russland sowie in den USA gefertigt.

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