Volkswagen hat den Nachfolger von ID.4 und ID.5 erst Anfang Oktober gezeigt, in Österreich lässt er sich bereits bestellen. Laut Preisliste startet der elektrische ID. Tiguan bei 44.490 Euro, beworben wird er mit 39.990 Euro. [1] [2] Zwischen diesen beiden Zahlen liegt ein Finanzierungspaket der Porsche Bank, zwischen der günstigsten und der teuersten Version liegen gut 11.000 Euro. Wir haben die sechs bestellbaren Varianten nebeneinandergelegt.
Sechs Versionen zwischen 44.490 und 55.590 Euro
Zum Vorverkaufsstart listet Volkswagen Österreich sechs Varianten in drei Ausstattungslinien. [2] Die Basis bildet der Trend mit 140 kW (190 PS) und 58-kWh-Akku. Darüber folgen Life und Style, die es auch mit der großen 77-kWh-Batterie und wahlweise mit Allradantrieb (4MOTION) gibt. Alle Preise sind unverbindliche Richtpreise inklusive 20 % Mehrwertsteuer, Frachtkosten und NoVA, die bei Elektroautos 0 % beträgt. [2]
| Version | Leistung und Akku | WLTP-Reichweite | Listenpreis |
|---|---|---|---|
| Trend | 140 kW, 58 kWh, Heck | 331–455 km | 44.490 € |
| Life | 140 kW, 58 kWh, Heck | 331–454 km | 46.290 € |
| Life | 210 kW, 77 kWh, Heck | 402–605 km | 50.690 € |
| Life 4MOTION | 220 kW, 77 kWh, Allrad | 391–564 km | 52.890 € |
| Style | 210 kW, 77 kWh, Heck | 402–603 km | 53.490 € |
| Style 4MOTION | 220 kW, 77 kWh, Allrad | 391–562 km | 55.590 € |
Die sportliche R-Line kommt Anfang 2027 dazu. Die Markteinführung ist laut Porsche Holding für Ende Februar 2027 geplant, öffentlich zu sehen ist der ID. Tiguan in Österreich erstmals im Jänner auf der Vienna Drive. [1]

Die 39.990 Euro gibt es nur mit dem Paket der Porsche Bank
Der beworbene Einstiegspreis gilt für den Trend und setzt „alle möglichen Boni“ voraus: einen Eintauschbonus und den Paketbonus der Porsche Bank, der eine Finanzierung samt Kaskoversicherung und ein Service-Produkt der Porsche Bank Versicherung verlangt. Die Mindestlaufzeit beträgt 36 Monate, finanziert werden müssen mindestens 50 % des Kaufpreises, und das Angebot gilt für Kaufverträge bis 30. November 2026. [1] Wie sich der Abschlag von 4.500 Euro auf die einzelnen Boni verteilt, schlüsselt die Pressemeldung nicht auf. Wer bar zahlt oder kein Auto eintauscht, sollte deshalb mit dem Listenpreis rechnen und beim Händler nachfragen.
Ein Blick über die Grenze: In Deutschland beginnt der Vorverkauf bei 42.695 Euro. [3] Der österreichische Listenpreis liegt damit 1.795 Euro oder 4,2 % darüber. Ein Teil davon ist Steuer. Rechnet man die Mehrwertsteuer heraus, 19 % in Deutschland und 20 % in Österreich, bleiben nach unserer Rechnung netto rund 1.200 Euro Unterschied, und der österreichische Richtpreis enthält bereits die Frachtkosten. [2] [3]
58 oder 77 kWh: Wo sich der Aufpreis rechnet
Die eigentliche Kaufentscheidung fällt beim Akku. Die Basisversionen haben 58 kWh mit Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP), die ohne Nickel und Kobalt auskommen. An der Schnellladesäule nehmen sie höchstens 105 kW auf. [5] Die größere Batterie mit 77 kWh nutzt NMC-Zellen und lädt mit bis zu 165 kW. [4] [5]
Bei der Ladezeit ist der Abstand kleiner, als die Spitzenwerte vermuten lassen: Für 10 auf 80 Prozent nennt Volkswagen laut heise online 26 Minuten beim kleinen und 29 Minuten beim großen Akku. [4] In dieser Zeit lädt der große Akku allerdings rund 54 statt 41 kWh nach, also deutlich mehr Reichweite pro Stopp.
Auch beim Preis spricht vieles für die große Batterie. Vom Life mit 58 kWh (46.290 Euro) zum Life mit 77 kWh (50.690 Euro) sind es 4.400 Euro. Dafür gibt es 151 Kilometer mehr maximale WLTP-Reichweite (605 statt 454 km), 286 statt 190 PS und die höhere Ladeleistung. [2] Teilt man den Listenpreis durch die maximale Reichweite, ist der Life mit 77 kWh mit rund 84 Euro je Kilometer die günstigste Version, der Life mit 58 kWh mit 102 Euro die teuerste. Der Allradantrieb kostet 2.200 Euro Aufpreis und gut 40 Kilometer Normreichweite. [2] Wer einen Anhänger zieht, bekommt mit dem großen Akku außerdem 2.000 statt 1.800 Kilogramm Anhängelast. [3]

Tasten statt Touch-Slider: das neue Cockpit
Der zweite große Unterschied zum ID.4 betrifft die Bedienung. Volkswagen verabschiedet sich von den viel kritisierten Touch-Flächen: Das Multifunktionslenkrad hat wieder physische Tasten, die Grundfunktionen der Klimaanlage liegen auf einer Tastenleiste in der Mittelkonsole, und Lautstärke sowie Sender oder Titel wechselt man vor allem über einen neuen Drehregler. [3]

Ganz ohne Kritik kommt das neue Lenkrad nicht aus. Schmidtis Blog begrüßt die Rückkehr der Tasten, bemängelt aber eine „Schalterflut“, bei der sich auf beiden Speichen „Drücker an Drücker“ reihe. [8] Für Umsteiger aus einem ID.4 ist die Richtung trotzdem eindeutig: Lautstärke, Tempomat und Klima lassen sich wieder ertasten, ohne in ein Menü zu wechseln.

Vorne liegen zwei induktive Ladeflächen nach dem Qi2-Standard, Magnetringe halten kompatible Smartphones in Position. [3] Auch die Türgriffe außen sind wieder klassische Griffe zum Ziehen. [3]
Retro-Anzeigen und ein eigener Bildschirm für den Beifahrer
Über die Taste „View“ am Lenkrad wechselt das 10-Zoll-Fahrerdisplay in eine Retro-Ansicht: Dann erscheinen die blau-roten Instrumente des Golf IV, links der Tacho, rechts statt eines Drehzahlmessers eine Leistungsanzeige. Im 15-Zoll-Zentralbildschirm lässt sich die Retro-Ansicht mit sechs historischen Modellen gestalten, vom Golf I bis zum Race Touareg. [3]
Erstmals bei einem europäischen Volkswagen gibt es auf Wunsch ein 12-Zoll-Beifahrerdisplay. Wie bei einem Sichtschutzfilter für Laptops sieht der Fahrer nicht, was darauf läuft, der Ton kommt über gekoppelte Bluetooth-Kopfhörer. [3]

Zur Sonderausstattung gehören Vordersitze mit Massage und Belüftung, ein Harman-Kardon-Soundsystem mit 480 Watt und ein Panoramadach. Für Life, Style und R-Line bietet Volkswagen in Österreich ein Unlimited-Paket an, das die gefragtesten Extras der jeweiligen Linie bündelt und laut Importeur einen Preisvorteil von 30 % bringt. [1] [3] Serienmäßig ist das One-Pedal-Driving, bei dem das Auto allein über das Fahrpedal stark verzögert. Der Connected Travel Assist kann auf der Autobahn beim Spurwechsel helfen und an roten Ampeln automatisch anhalten. [3]
534 Liter Kofferraum und ein Frunk vorne
Mit 4,62 Metern Länge ist der ID. Tiguan ein klassisches Familien-SUV der Mittelklasse. [6] Der Kofferraum fasst 534 Liter, bei umgeklappter Rücksitzbank bis zu 1.577 Liter. Dazu kommt vorne ein Frunk mit 32 Litern, in dem das Ladekabel Platz findet. [3] [7] Der Konzernbruder Škoda Enyaq bietet mit 585 Litern mehr Kofferraum, vorne aber nur 21 Liter. [7]

Praktisch im Alltag sind zwei weitere Details: Der digitale Schlüssel sperrt und startet das Auto per Smartphone und lässt sich über die Volkswagen-App an Familie oder Kollegen weitergeben. Und ein Adapter für die Ladebuchse (PowerSocket) versorgt externe Geräte mit Strom, vom Elektrogrill bis zum E-Bike. [3]


Bildergalerie: der ID. Tiguan im Detail
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Was noch fehlt: die Version mit 95-kWh-Akku
Zwei Varianten stehen in der österreichischen Preisübersicht noch ohne Preis. Ab Sommer 2027 soll der ID. Tiguan Pro S mit 240 kW und 95-kWh-Batterie folgen, dazu eine Performance-Version mit 325 kW und Allradantrieb in der R-Line. [1]
Quellen und Referenzen
[1] Porsche Holding — Neuer ID. Tiguan ab sofort in Österreich bestellbar, 15. Oktober 2026
https://www.porscheholding-newsroom.at/pressemeldungen/detail/2026-10-15-neuer-id-tiguan-ab-sofort-in-oesterreich-bestellbar
[2] Volkswagen Österreich — ID. Tiguan Preisliste (Stand 10/2026)
https://www.volkswagen.at/id-tiguan/id-tiguan/preisliste
[3] Volkswagen Newsroom — A Volkswagen bestseller goes electric: world premiere of the new ID. Tiguan
https://www.volkswagen-newsroom.com/en/press-releases/a-volkswagen-bestseller-goes-electric-world-premiere-of-the-new-id-tiguan-20728
[4] heise online — VW ID. Tiguan vorgestellt: Annäherung an den Verbrenner
https://www.heise.de/news/VW-ID-Tiguan-vorgestellt-Annaeherung-an-den-Verbrenner-11477558.html
[5] auto motor und sport — 58-kWh-LFP und bis zu 165 kW Laden: VW ID. Tiguan
https://www.auto-motor-und-sport.de/fahrbericht/58-kwh-lfp-und-bis-zu-165-kw-laden-vw-id-tiguan/
[6] Frankfurter Allgemeine Zeitung — Whiskey im Aquarium: Der VW ID Tiguan ist gut in Form
https://www.faz.net/aktuell/technik-motor/elektromobilitaet/whiskey-im-aquarium-der-vw-id-tiguan-ist-gut-in-form-accg-201317924.html
[7] carwow — Neuer VW ID.Tiguan gegen Bestseller Skoda Enyaq: Welches Familien-SUV ist besser?
https://www.carwow.de/auto-news/6322/neu-volkswagen-id-tiguan-vs-skoda-enyaq-familienauto-elektro-suv-vergleich-angebote
[8] Schmidtis Blog — VW: Tasten kehren zurück, doch das Lenkrad versinkt im Chaos
https://www.schmidtisblog.de/vw-lenkrad-tasten-id-polo-tiguan-chaos-1818764/

