HomeElektroautoXpeng P7 Elektroauto: Unerwarteter Paukenschlag

Xpeng P7 Elektroauto: Unerwarteter Paukenschlag

Man spürt es gleich, noch bevor die Zahlen fallen: Diese E-Limousine will nicht nur fahren, sie will Eindruck hinterlassen. Xpeng hebt den Vorhang über die neue P7-Generation – 595 PS, von 10 auf 80 Prozent Laden in 12 Minuten und ein Einstiegspreis unter dem einer Tesla Model 3. Eine Ansage. Und ein Schritt, der zeigt, dass die Chinesen ihre Komfortzone längst verlassen haben: Künstliche Intelligenz, viel Bums und ein Preis, der die Konkurrenz nervös macht.

Am 27. August 2025, direkt aus dem Werk in Guangzhou, wurde sie offiziell ins Licht geschoben. Die neue P7 stellt sich nicht als Exot hin, sondern als echte Alternative zu den etablierten Premium-Stromern aus Europa und den USA. Technisch ist sie konsequent – und genau das lohnt ein genaueres Hinsehen.

Ein chinesischer Hersteller, der liefert – nicht nur verspricht

2014 von He Xiaopeng gegründet, ehemals bei Alibaba, hat Xpeng Motors früh verstanden, wo die Musik spielt: Rechenleistung, Daten, Assistenz – der vielzitierte „Smartphone-auf-Rädern“-Gedanke, hier einmal nicht als leere Vokabel, sondern als Fundament. Die Autos sind um ihre Chips herum gedacht. Und das merkt man ihnen an.

Die erste P7-Generation rollte 2020 an den Start. Damals schon mit verblüffenden Autonomie-Funktionen und einem Auftritt, der mehr Zukunft als Gegenwart war. Über 120.000 verkaufte Exemplare später ist klar: In China konnte die P7 der Tesla Model S durchaus die Stirn bieten. Die Ausgabe 2025 greift diesen Faden auf – fester, reifer, selbstbewusster.

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Innenraumeindruck Xpeng P7 2025

Formensprache mit Haltung – Proportionen, die Ruhe ausstrahlen

Die P7 2025 spricht „X-Mart Face“, so nennt Xpeng sein neues Design. Klingt nach Marketing, wirkt in echt aber stimmig: Sensoren und Leuchtgrafiken sind nicht aufgepfropft, sie wirken eingearbeitet, selbstverständlich. Die Maße? 5.017 mm in der Länge, 1.968 mm in der Breite, und mit der serienmäßigen Luftfederung steht sie im Minimum bei 1.407 mm. Das ist groß. Größer als eine Tesla Model S in der Präsenz – und acht Zentimeter breiter als eine Audi A6. Man merkt’s, wenn sie neben dir parkt: Sie nimmt Raum ein, ohne laut zu werden.

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Vorne zieht ein 1,4 Meter breites „Light-Wing“-Leuchtenband einmal quer, hinten formen 220 LEDs die Signatur. Der elektrisch ausfahrende Spoiler drückt bei 230 km/h bis zu 900 Newton auf die Hinterachse – ein technisches Augenzwinkern in Richtung Sport. Sieben Lacke sind im Programm, darunter ein matter Grauton namens „New Moon Silver“; die BASF-Rezeptur kennt man sonst von Rolls-Royce und Bentley. Luxus, still verpackt.


Exterieur Xpeng P7 2025

Technik, die Haltung hat – und Zahlen, die halten

Unterm Blech sitzt eine E-Architektur mit zentraler Antriebseinheit, die die Massen nahezu 50:50 verteilt und den Schwerpunkt auf 440 mm drückt. Serienmäßig: eine Luftfederung mit Zweikammer-System, adaptive DCC-Dämpfer und vorne eine Doppelquerlenker-Kinematik. Das liest sich trocken. Auf der Straße bedeutet es: Ruhe im Aufbau, Ehrlichkeit in der Lenkung, ein Fahrwerk, das erst denkt und dann federt – nie umgekehrt.

Die nackten Fakten? Das XPower-System arbeitet mit 800 Volt, liefert bis zu 594 PS und 695 Nm. In den Allradvarianten steht die 100 bei 3,7 Sekunden an. Die Brembo-Anlage verzögert von 100 auf 0 km/h in 33,16 Metern – ein Wert, der in einem Satz mit Taycan und Panamera fallen darf. Die P7 bäumt sich nicht auf, sie beißt zu. Kurz, sauber, reproduzierbar.

  • Asymmetrische Bereifung: 245 mm vorne, 275 mm hinten
  • Geschmiedete Leichtmetallfelgen
  • Karosseriestruktur mit 88,18 % hochfesten Stählen und Aluminium
  • Neun Airbags serienmäßig, inkl. 137-Liter-Frontairbag für den Beifahrer
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Modellpalette und Preise – offensiv angesetzt

Vier Ausführungen stehen bereit, alle auf der „Ultra“-Plattform und mit drei Turing-AI-Chips bestückt. Der Einstieg hört auf 702 Long-Range Ultra, kostet 219.800 Yuan (rund 30.500 Euro), setzt auf Hinterradantrieb und verspricht 702 Kilometer nach CLTC – was grob 630 Kilometer WLTP entsprechen dürfte. Zum Vergleich: Eine Tesla Model 3 startet in China bei 235.500 Yuan. Man muss nicht rechnen können, um die Pointe zu verstehen.

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Variante Preis (Yuan/Euro) Reichweite CLTC Antrieb
702 Long-Range Ultra 219.800 / 30.500 702 km Heckantrieb
820 Extra-Long Range Ultra 239.800 / 33.200 820 km Heckantrieb
750 4WD High-Performance Ultra 259.800 / 36.000 750 km Allrad
750 4WD Swing-Wing Ultra 301.800 / 41.800 750 km Allrad + Flügeltüren

Das Topmodell Swing-Wing Ultra nimmt die legendären Flügeltüren der ersten Generation wieder auf, kombiniert sie mit einem exklusiven Mattgrau und einem Innenraum in Orange-Grau. Laden? Das Ass im Ärmel. Von 10 auf 80 Prozent in 12 Minuten – identisch zu den Xpeng G6 und G9, die wir in Europa bereits kennen. Das fühlt sich auf der Langstrecke an wie ein gut geölter Boxenstopp: rein, atmen, raus.

KI an Bord – nicht als Gag, sondern als Werkzeug

Premiere für eine Plattform, die eine Qualcomm 829P mit Xpengs Turing-Chips verknüpft – zusammen stehen 2.250 TOPS Rechenleistung. Das füttert ein VLA-Modell (Vision-Language-Action); sperrig im Namen, erstaunlich flüssig in der Praxis. Die P7 versteht, was um sie herum passiert, und reagiert so, wie man es von einem aufmerksamen Beifahrer erwartet: helfend, nicht bevormundend.

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Ein AR-Head-up-Display mit 87 Zoll – das größte seiner Klasse – legt Navigation und Assistenzinformationen direkt in den Blick, ohne aufdringlich zu sein. Das Soundsystem? 23 Hi-Fi-Lautsprecher, abgestimmt, mit Dolby Atmos 7.1.4. Kein Lärm, sondern Bühne. Und der Stauraum summiert sich auf 631 Liter, verteilt auf den hinteren Kofferraum und einen vorderen Stauraum – praktisch, wenn der Alltag mehr mitnimmt als nur die Laune.

Beweise auf der Strecke – nüchtern gemessen, deutlich gespürt

Xpeng hat die P7 24 Stunden lang laufen lassen. Ergebnis: 3.961 Kilometer, im Schnitt 220 km/h. Dazwischen 32 Ladesessions, jeweils 11 bis 13 Minuten. Das ist nicht nur eine Zahlenschau, das ist ein Stresstest fürs Wärmemanagement, die Zellchemie, die Zuverlässigkeit des Gesamtsystems. Sie hat’s nicht nur überstanden – sie hat es souverän weggesteckt.

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Auf dem Zhejiang International Circuit hat die P7 2025 eine 1:38,767 in den Asphalt gesetzt. Schnellste Elektro-Limousine unter 500.000 Yuan, sagt Xpeng. Ein Titel, der nicht ewig allein bleibt – Xiaomi poliert bereits an eigenen High-Performance-Stromern. Konkurrenz belebt. Und sie schärft.

Kommt sie zu uns? Gezeigt wurde die neue P7 in München auf der IAA, fix bestätigt ist Europa aber nicht. Deutschland und Norwegen sind die wahrscheinlichsten Ziele – dort fuhr die Vorgängerin bereits vor. Frankreich? Ungewiss. Sicher ist: Diese Limousine zeigt, wie weit die chinesischen Marken im Elektro-Premium inzwischen sind. Sie beherrschen die Technik, treffen den Ton und lassen beim Preis die Kirche im Dorf. Kurz gesagt: Sie will nicht gefallen. Sie überzeugt – höflich, aber bestimmt.

antoine Bouquet
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Antoine Bouquet ist Redakteur bei MotorNews, wo er seine Leidenschaft für Autos mit seinen soliden journalistischen Fähigkeiten verbindet, die er sich im Laufe seiner akademischen Laufbahn angeeignet hat. Er hat an der Universität Paris-Sorbonne einen Master in Journalismus und Kommunikation absolviert und sich an der Journalistenschule in Lille auf Automobiljournalismus spezialisiert, wodurch er in seinen Texten journalistische Genauigkeit und technisches Fachwissen vereinen kann. Mit seiner mehrjährigen Erfahrung in der Fachpresse ist Antoine für seine Fähigkeit bekannt, die neuesten Innovationen in der Automobilbranche gründlich zu analysieren und diese Informationen gleichzeitig für ein breites Publikum zugänglich und interessant zu machen. Seine Arbeit deckt ein breites Themenspektrum ab, das von Fahrzeugtests über neue Technologien bis hin zu Marktentwicklungen und Umweltfragen der Branche reicht. Für weitere Fragen oder eine Zusammenarbeit können Sie ihn per E-Mail kontaktieren : antoine.bouquet@motornews.fr
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