Seit der Vorstellung am 15. Oktober lässt sich der neue Tesla Roadster auch auf der österreichischen Tesla-Website reservieren. Für die straßentaugliche Version Performance werden 5.000 Euro sofort und weitere 45.000 Euro binnen zehn Tagen fällig, für die limitierte Version Thrust insgesamt 250.000 Euro. [1] [4] Was man dafür bekommt, steht in der Reservierungsvereinbarung von Tesla Österreich: einen Platz in der Reihe, aber keinen Preis und keinen Liefertermin. [2] Den Produktionsstart hat Elon Musk für 2028 angekündigt. Im eigenen Quartalsbericht führt Tesla den Roadster allerdings noch als Projekt in der Designentwicklung, ohne Werk. [3] [8]
50.000 oder 250.000 Euro: was auf tesla.com/de_at fällig wird
Auf der Reservierungsseite stehen drei Versionen. Performance ist straßentauglich, hat zwei Sitze, aktive Aerodynamik und ein Saugsystem, das den Wagen an die Fahrbahn zieht. Thrust ist als „Limited“ markiert und bringt zusätzlich einen „Beschleunigungsbooster“ mit, gemeint sind die Kaltgasdüsen am Heck. Die einsitzige, flugfähige Version Rocket gibt es nur auf Einladung. [1]

Bezahlt wird in zwei Schritten. Heute fällig sind 5.000 Euro, per Karte oder Online-Banküberweisung, der Rest muss innerhalb von zehn Tagen eingehen: 45.000 Euro bei Performance, 245.000 Euro bei Thrust. [1] [4] Wirksam wird die Reservierung erst, wenn die gesamte Summe bei Tesla eingegangen ist und Tesla sie per E-Mail bestätigt hat. Kommt die zweite Zahlung nicht rechtzeitig, kann Tesla die Reservierung stornieren. [1] [2]
Auffällig ist der Vergleich mit den USA. Dort kostet die Reservierung 50.000 beziehungsweise 250.000 Dollar, in Österreich steht dieselbe Zahl in Euro. [5] [7] Zum Kurs, den auto motor und sport nennt, entsprechen 250.000 Dollar rund 222.700 Euro. [5] Wer in Österreich reserviert, zahlt damit rund 5.500 Euro mehr für Performance und rund 27.300 Euro mehr für Thrust als ein Kunde in den USA, gerechnet zum aktuellen Kurs.
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Die Düsen der Thrust-Version werden aus einem 200-Liter-Gastank gespeist, der den Kofferraum ersetzt. Nach den Angaben, die Teslas Chefingenieur Lars Moravy und Chefdesigner Franz von Holzhausen dem Magazin TopGear machten, beschleunigt der Roadster damit in unter einer Sekunde auf 100 km/h, allerdings nur fünf bis sechs Sekunden lang, dann ist der Tank leer. [9]
Was der österreichische Vertrag zusagt und was nicht
Vertragspartner ist die Tesla Motors Austria GmbH in Wien, es gilt österreichisches Recht. Für Verbraucher in der EU gelten zusätzlich die zwingenden Schutzbestimmungen ihres Wohnsitzlandes, wenn sie günstiger sind. [2] Die wichtigsten Punkte:
- Keine Bestellung: Die Reservierung sichert eine „prioritäre Behandlung“ bei Konfiguration und Bestellung, ist aber ausdrücklich kein Kauf. Erst wenn die Produktion näher rückt, lädt Tesla zur Konfiguration ein. Danach folgen eine Bestellvereinbarung und vor der Auslieferung der endgültige Kaufvertrag, auf den die Reservierung voll angerechnet wird. [2]
- Kein Preis: Ein angegebener Kaufpreis ist „lediglich eine Schätzung“. Tesla arbeite noch an Optionen, Ausstattung und Hardware, der Preis werde erst mit der Konfiguration bestätigt. [2] Zum Vergleich: 2017 hatte Tesla für den damals gezeigten Roadster einen Basispreis von 200.000 Dollar genannt. [7]
- Kein Liefertermin: Der Roadster befinde sich noch in der Entwicklung, deshalb könne Tesla nicht garantieren, „wann Ihr Fahrzeug tatsächlich geliefert wird“. [2] Die US-Fassung der Vereinbarung geht weiter und schließt auch eine Garantie aus, dass überhaupt geliefert wird. [5] [6]
- Storno jederzeit, Geld zurück: Bis zur Konfiguration und zum endgültigen Kaufvertrag können Kunde und Tesla die Reservierung über das Tesla-Konto und aus beliebigem Grund stornieren. Der Kunde erhält dann die volle Reservierungszahlung zurück, auf das ursprüngliche Zahlungsmittel. [2]
- Kein Treuhandkonto, keine Zinsen: Tesla verwahrt das Geld nicht getrennt und zahlt keine Zinsen. Weitergeben lässt sich die Reservierung nur mit schriftlicher Zustimmung von Tesla. [2]
- 14 Tage Widerruf: Wer online oder telefonisch reserviert, kann als Verbraucher binnen 14 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen, Tesla muss dann innerhalb von 14 Tagen zurückzahlen. [2]
Der wichtigste Satz steht ganz am Ende: Bestimmungen zum Roadster, die nicht ausdrücklich in der Vereinbarung stehen, „sind nicht bindend“. [2] Das betrifft alle Leistungsdaten der Präsentation, von den rund 1.000 kW und 1.400 Nm der Performance-Version über 500 kW Ladeleistung bis zu 370 km/h Spitze. [9] Auch die 0,81 Sekunden von null auf 60 Meilen pro Stunde, die Tesla in Aussicht stellt, sind vertraglich nicht zugesagt. [5]

Eine Unklarheit schafft die Website selbst. Dort steht der Hinweis „Vollständig rückerstattbar“ nur neben den 5.000 Euro, die sofort fällig sind, darunter der Satz „Rückerstattungen für Modifikationen werden nicht gewährt“. [1] Das Portal Trending Topics hat daraus gelesen, dass für die übrigen 45.000 Euro offen bleibe, was bei einem Rücktritt passiert. [7] Die Vereinbarung ist hier eindeutig: Erstattet wird die gesamte „Reservierungszahlung“, und dazu zählt sie ausdrücklich auch die Zahlung, die nach zehn Tagen fällig ist. [2] Im Zweifel zählt der Vertragstext, nicht der Hinweis neben dem Betrag.
Dass ein Recht auf Rückzahlung in der Praxis Geduld verlangen kann, zeigt die erste Roadster-Runde. Der US-Youtuber Marques Brownlee bekam seine frühere Anzahlung laut The Autopian nicht auf einmal zurück, auf die letzten 5.000 Dollar wartete er wochenlang. [7] Und ein US-Kunde, der 2017 bereits 250.000 Dollar bezahlt hatte, berichtet in einem Video, dass Tesla seine Stornierung abgelehnt habe. [10] Beide Fälle betreffen Reservierungen aus der ersten Runde von 2017, nicht die Vereinbarung, die seit dem 15. Oktober in Österreich gilt.
2028 als Ziel: was Tesla selbst zum Zeitplan sagt
Den Produktionsstart 2028 hat Musk bei der Präsentation in Waco in Texas angekündigt. [8] Das Quartalsupdate, das Tesla am 21. Oktober für das dritte Quartal veröffentlicht hat, erwähnt die Vorstellung des „Next Gen Roadster“ am 15. Oktober, nennt aber kein Produktionsjahr. In der Tabelle der Fertigungskapazitäten steht der Roadster als einziges Fahrzeug ohne Standort, mit dem Eintrag „TBD“ und dem Status „Design development“, während Model Y, Cybertruck, Cybercab und Semi dort als „Production“ geführt werden. [3]

Die Vorgeschichte erklärt die Vorsicht im Vertrag. Den Roadster der zweiten Generation hatte Tesla im November 2017 vorgestellt, die Auslieferung war für 2020 versprochen. Kunden zahlten damals 50.000 Dollar Anzahlung, für die Founders Series sogar den vollen Preis von 250.000 Dollar. [7] In Serie ging dieser Wagen nie. Das Auto, das jetzt kommen soll, hat mit dem Versprechen von damals wenig gemein: zwei statt vier Sitze und laut den Angaben zur Präsentation 500 bis 515 Kilometer Reichweite statt der 2017 genannten 1.000 Kilometer. [7] [9]

Für Europa hat Tesla bislang keine Auslieferungstermine genannt. [11] Wer jetzt reserviert, legt das Geld also voraussichtlich für mindestens zwei Jahre zinslos bei Tesla an, bevor überhaupt ein Kaufvertrag möglich ist. [2] [7]
Bildergalerie: der neue Tesla Roadster
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Welche Rolle der Roadster für Tesla spielt
Wirtschaftlich ist der Roadster für Tesla ein Randthema. Die Analysten von Morningstar rechnen laut Trending Topics mit rund 2.000 verkauften Exemplaren pro Jahr, Musk selbst sagte, der Roadster bewege beim Umsatz „nicht massiv etwas“. [7] Wichtiger ist er als Schaustück der Zusammenarbeit mit SpaceX. [7] Für die Kunden entscheidet sich die eigentliche Frage erst bei der Einladung zur Konfiguration: Dann nennt Tesla zum ersten Mal einen verbindlichen Preis. Bis zum endgültigen Kaufvertrag kann der Kunde danach noch aussteigen und bekommt die volle Reservierungszahlung zurück. [2]
Quellen und Referenzen
[1] Tesla Österreich — Roadster reservieren (abgerufen am 25. Oktober 2026)
https://www.tesla.com/de_at/roadster/reserve
[2] Tesla Motors Austria GmbH — Roadster-Reservierungsvereinbarung, österreichische Fassung (abgerufen am 25. Oktober 2026)
https://www.tesla.com/coinorder/api/v4/terms?locale=de_AT&model=mt&saleType=PreSale
[3] Tesla, Inc. — Q3 2026 Update, 21. Oktober 2026
https://assets-ir.tesla.com/tesla-contents/IR/TSLA-Q3-2026-Update.pdf
[4] Krone — Tesla Roadster: Noch vieles offen beim Flugauto
https://www.krone.at/4342302
[5] auto motor und sport — Tesla Roadster: 250.000 Dollar für Reservierung ohne Liefer-Zusage, 19. Oktober 2026
https://www.auto-motor-und-sport.de/neuheiten/tesla-roadster-reservierung-ohne-jede-liefer-zusage/
[6] Notebookcheck — Tesla Roadster: 250.000 Dollar Reservierung garantiert keine Lieferung des Fahrzeugs, 18. Oktober 2026
https://www.notebookcheck.com/Tesla-Roadster-250-000-Dollar-Reservierung-garantiert-keine-Lieferung-des-Fahrzeugs.1427408.0.html
[7] Trending Topics — Tesla Roadster: 50.000 Euro Anzahlung, aber wofür?, 16. Oktober 2026
https://www.trendingtopics.eu/tesla-roadster-reservierung-50000-euro-anzahlung/
[8] Augsburger Allgemeine (dpa) — Tesla Roadster: Fliegender Sportwagen ab 2028 in Produktion
https://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/tesla-roadster-fliegender-sportwagen-ab-2028-in-produktion-fuer-wen-und-wo-verfuegbar-18-10-2037-115518779
[9] InsideEVs Deutschland — Mehr zur Technik des Tesla Roadster: Bis zu 1.000 kW, 500 km Reichweite und Düsenantrieb, 16. Oktober 2026
https://insideevs.de/news/812268/tesla-roadster-technik-daten/
[10] AUTO BILD — Tesla-Käufer kann seine Roadster-Bestellung nicht mehr stornieren, 23. Oktober 2026
https://www.autobild.de/artikel/tesla-kaeufer-kann-roadster-bestellung-von-2017-fuer-250000-us-dollar-nicht-mehr-stornieren-28860139.html
[11] ecomento — Tesla Roadster: Angaben zu Leistung, Batterie und Kaltgasdüsen, 19. Oktober 2026
https://ecomento.de/2026/10/19/tesla-roadster-angaben-zu-leistung-batterie-und-kaltgasduesen/




