Zum Inhalt springen
Nutzfahrzeuge

Kia PV5 in Österreich: Was der Elektro-Van als Kleinbus und Transporter kostet und warum er in Deutschland auch als Camper und Taxi gefragt ist

Der Kia PV5 kostet in Österreich ab 39.190 Euro als Kleinbus und ab 32.491 Euro netto als Transporter. Versionen, Akkus, Reichweiten, die Bedingungen für 36.790 Euro und was in Deutschland als Camper und Taxi daraus wird.

Text geprüft und freigegeben von Antoine BOUQUET
Graugrüner Kia PV5 Passenger von schräg vorne in Fahrt auf einer Landstraße, der Hintergrund mit Bäumen und Leitplanke abgedunkelt.
Der Kia PV5 Passenger, die Kleinbus-Version des Elektro-Vans, auf einer Landstraße. Pressebild: Kia, Bearbeitung: Motor News — https://www.press-eu.kia.com/document/1128#/pbv/pv5-passenger

Der Kia PV5 hat in Deutschland zehn Monate nach dem Marktstart die Marke von 10.000 Bestellungen überschritten. [6] Der kantige Elektro-Van ist das erste Modell einer neuen Kia-Familie, die ein Fahrzeug für viele Aufgaben bauen will: als Kleinbus für Familien, als Transporter für Handwerker, umgebaut als Camper oder als rollstuhlgerechtes Taxi. In Österreich verlangt Kia für den PV5 Passenger ab 39.190 Euro, mit den aktuellen Boni ab 36.790 Euro, und für den PV5 Cargo ab 32.491 Euro ohne Umsatzsteuer. [1] [2] [3] Was man dafür bekommt und wo die Grenzen liegen, zeigt der Blick auf Versionen, Akkus und die ersten Tests.

Zwei Karosserien, zwei Akkus: die PV5-Versionen in Österreich

Auf der österreichischen Kia-Website stehen derzeit zwei Versionen zur Auswahl: der Passenger als Fünfsitzer und der Cargo als Kastenwagen L2H1, also mit langem Radstand und normalem Dach, mit drei oder vier Türen. Ein Fahrgestell mit Fahrerhaus, das Chassis Cab, ist als „bald verfügbar“ gelistet. [1] [3] Beide Karosserien teilen sich die Technik: Frontantrieb, Höchstgeschwindigkeit 135 km/h und zwei Batteriegrößen mit 51,5 oder 71,2 kWh. [4] [5]

Drei Kia PV5 in Graugrün vor einem weißen Gebäude: links und rechts Kastenwagen mit geschlossenen Seitenwänden, in der Mitte ein Kleinbus mit Seitenfenstern.
Dieselbe Basis, zwei Aufgaben: In der Mitte der PV5 Passenger mit Seitenfenstern, links und rechts der PV5 Cargo mit geschlossenem Laderaum. Pressebild: Kia — https://www.press-eu.kia.com/document/1128#/pbv/pv5-passenger
VersionAkkuWLTP-ReichweiteEinstiegspreis
PV5 Passenger51,5 kWh, 122 PS295 km39.190 € inkl. USt.
PV5 Passenger71,2 kWh, 163 PS412 km+4.000 € (Preisliste 1/2026)
PV5 Cargo (3-Türer)51,5 kWh, 121 PS297 km32.491 € ohne USt.
PV5 Cargo71,2 kWh, 160 PS416 km+3.333 € netto (Preisliste 2/2026)

Die beiden Einstiegspreise sind nicht direkt vergleichbar. Der Passenger wird mit Umsatzsteuer ausgewiesen, der Cargo als Nutzfahrzeug für Firmenkunden ohne. Mit 20 % Umsatzsteuer kommt der Cargo-Einstieg nach unserer Rechnung auf rund 38.989 Euro und liegt damit fast gleichauf mit dem Kleinbus. [1] [3] Die NoVA beträgt beim Passenger 0 %. [4]

Infografik mit zwei Karten. PV5 Passenger: ab 39.190 Euro Listenpreis inklusive Umsatzsteuer, mit Aktionsboni 36.790 Euro, WLTP-Reichweite 295 km mit 51,5 kWh und 412 km mit 71,2 kWh, Kofferraum 1.330 bis 3.615 Liter. PV5 Cargo: ab 32.491 Euro ohne Umsatzsteuer, rund 38.989 Euro mit, 297 und 416 km Reichweite, 4,4 Kubikmeter Laderaum, 790 oder 690 kg Zuladung. Dazu plus 40 Prozent Reichweite mit dem großen Akku und 10.000 Bestellungen in Deutschland.
Passenger und Cargo im Vergleich: Einstiegspreise in Österreich, WLTP-Reichweite mit beiden Akkus, Platz und Zuladung. Infografik: Motor News, nach den Angaben von Kia Austria.

36.790 Euro gibt es nur mit zwei Boni

Der beworbene Preis für den Passenger ist ein Aktionspreis. Kia Austria zieht vom Listenpreis der Basisversion Air (39.190 Euro) einen Retailbonus von 2.000 Euro und einen Versicherungsbonus von 400 Euro ab. Den Versicherungsbonus gibt es nur mit einem Kia-Versicherungspaket (Haftpflicht, Vollkasko mit Insassenunfall und/oder Rechtsschutz) mit einer Mindestlaufzeit von 36 Monaten. Das Angebot gilt für Privatkunden, bei Kaufvertrag bis 31. Dezember 2026, laut Kia sowohl bei Barzahlung als auch bei Leasing. [2]

Gerade aktuell

Auffällig ist die Preisentwicklung seit Jahresbeginn. In der Preisliste vom Jänner 2026 kostete der Passenger Air noch 38.190 Euro, heute nennt Kia 39.190 Euro als Basispreis. [1] [4] Beim Cargo ging es in die andere Richtung: Die Preisliste vom Februar führt den Dreitürer mit kleinem Akku bei 32.991,67 Euro netto, die Modellseite nennt jetzt 32.491 Euro, also rund 500 Euro weniger. [3] [5]

Großer oder kleiner Akku: 40 Prozent mehr Reichweite

Die wichtigste Entscheidung beim PV5 ist die Batterie. Der große Akku hat 38 % mehr Kapazität und bringt laut WLTP rund 40 % mehr Reichweite: 412 statt 295 Kilometer beim Passenger, 416 statt 297 beim Cargo. [1] [3] In den Preislisten vom Jahresbeginn kostete er bei beiden Versionen 4.000 Euro Aufpreis inklusive Steuer. [4] [5] Teilt man diesen Betrag durch die zusätzliche Normreichweite, kostet jeder weitere Kilometer rund 34 Euro.

Der große Akku bringt auch mehr Leistung: 163 statt 122 PS, beim Passenger von 0 auf 100 km/h in 10,6 statt 12,8 Sekunden. Wer einen Wohnwagen oder Anhänger ziehen will, braucht ihn ohnehin, denn nur mit 71,2 kWh darf der Passenger 1.500 Kilogramm gebremst ziehen, mit dem kleinen Akku sind es 750 Kilogramm. [4] Beim Cargo kostet die schwerere Batterie dagegen Nutzlast: Die Zuladung sinkt von 790 auf 690 Kilogramm. [5]

Dunkelgraues Elektro-SUV lädt in der Abenddämmerung an einer Schnellladesäule einer verschneiten Autobahnraststation, dahinter schneebedeckte Berggipfel.

An der Schnellladesäule nimmt der PV5 höchstens 150 kW auf, von 10 auf 80 Prozent dauert es laut Kia rund 30 Minuten, mit beiden Akkus. [3] Die FAZ nennt diesen Wert für einen Reisewagen „dürftig“. [8] Für den Alltag reicht eher die Wallbox: Der Passenger lädt ab der Ausstattung Earth mit 11 kW, der große Akku ist damit in rund sechseinhalb Stunden von 10 auf 100 Prozent geladen. [4] Ab Earth kann der Van mit V2X auch Strom abgeben, maximal 3,6 kW, etwa für Werkzeug oder Campingausrüstung. [4]

Geöffnete Ladeklappe an der Front eines graugrünen Kia PV5, direkt unter dem Kia-Logo, mit sichtbarer Ladebuchse.
Die Ladebuchse sitzt vorne unter dem Logo. An der Schnellladesäule nimmt der PV5 höchstens 150 kW auf. Pressebild: Kia — https://www.press-eu.kia.com/document/1128#/pbv/pv5-cargo

Passenger: viel Platz, aber Klima nur per Touchscreen

Der Passenger ist 4,70 Meter lang und rund 1,90 Meter hoch, das schafft innen viel Raum. Hinter der zweiten Reihe bleiben 1.330 Liter Kofferraum, mit umgeklappter Rückbank bis zu 3.615 Liter. [4] In Österreich gibt es drei Ausstattungen: Air, Earth und Earth Plus, die in der Jänner-Preisliste 500 und 2.200 Euro über der Basis lagen. [4]

Geöffnete Fahrer- und Schiebetür eines Kia PV5 Passenger mit Blick auf die dunklen Vordersitze und die dreisitzige Rückbank.
Große Schiebetür, niedriger Einstieg: Im Passenger sitzen fünf Personen, die Rückbank lässt sich umklappen. Pressebild: Kia — https://www.press-eu.kia.com/document/1128#/pbv/pv5-passenger

Ein Tester des Münchner Merkur lobt die Rundumsicht und die erhöhte Sitzposition, kritisiert aber, dass die Klimaanlage keine eigenen Tasten hat und über den Touchscreen mit mehreren Klicks bedient werden muss. Die Rücksitze lassen sich nur umklappen, nicht verschieben oder ausbauen, Isofix gibt es nur auf den beiden äußeren Plätzen. [10]

Geöffnete Heckklappe eines Kia PV5 Passenger mit aufrechter Rückbank, Laderaumabdeckung und ebenem Kofferraumboden.
Hinter der zweiten Reihe bleiben 1.330 Liter, mit umgeklappter Rückbank 3.615 Liter. Pressebild: Kia — https://www.press-eu.kia.com/document/1128#/pbv/pv5-passenger
Cockpit eines Kia PV5 von hinten gesehen: Zweispeichenlenkrad, kleines Fahrerdisplay, großer Touchscreen in der Mitte und dunkle Vordersitze.
Das Cockpit mit 7,5-Zoll-Fahrerdisplay und 12,9-Zoll-Bildschirm; die Klimaanlage wird über den Touchscreen bedient. Pressebild: Kia — https://www.press-eu.kia.com/document/1128#/pbv/pv5-passenger

Cargo: 4,4 Kubikmeter für Handwerk und Lieferdienst

Der Transporter fasst 4,4 Kubikmeter. Der Laderaum ist unten 2,26 Meter lang, zwischen den Radkästen 1,33 Meter breit und 1,52 Meter hoch, die Ladekante liegt bei rund 42 Zentimetern. [3] [5] In Österreich gibt es den Cargo in den Ausstattungen Pure, Business und Vision; ab Business sind 11-kW-Laden, eine 220-Volt-Steckdose und die Vorbereitung für eine Anhängerkupplung dabei. [5]

Grauer Kia PV5 Cargo von hinten mit geöffneten Flügeltüren, im Laderaum gestapelte Holzpaletten, daneben eine Tafel mit der Aufschrift 4.4 m³.
Der Cargo L2H1 fasst 4,4 Kubikmeter; der Laderaum ist unten 2,26 Meter lang. Pressebild: Kia — https://www.press-eu.kia.com/document/1128#/pbv/pv5-cargo

AutoScout24 hat in Deutschland die kurze Cargo-Version mit großem Akku getestet und im überwiegend städtischen Betrieb im Sommer 14 bis 17 kWh pro 100 Kilometer gemessen. Daraus ergäben sich realistisch 400 bis 500 Kilometer Reichweite. Auf der Autobahn steige der Verbrauch spürbar, die Abregelung bei 135 km/h zeige, dass das nicht das Revier des PV5 sei. [9] In Deutschland gibt es den Cargo bereits in der kürzeren Länge L1H1 und seit Juni mit einem dritten, kleineren Akku mit 43,3 kWh. [6] [7]

Camper und Taxi: Was in Deutschland aus dem PV5 wird

Wie vielseitig die Basis ist, zeigen die Umbauten im Nachbarland. Der Ausbauer Alpincamper im bayerischen Lenggries hat seit Jahresbeginn rund 40 Reisemobile auf PV5-Basis verkauft, weitere 30 sind in Arbeit. Das Fahrzeug hat ein Längssofa, das zum Bett wird, eine Küche mit Induktionsfeld, die aus der Fahrbatterie gespeist wird, und ein Aufstelldach mit 2,03 Metern Stehhöhe. Der Preis beginnt bei rund 56.000 Euro. Im FAZ-Test lag der Verbrauch bei 19,9 kWh pro 100 Kilometer, mit dem großen Akku seien damit rund 300 Kilometer machbar. [8]

Für Taxi- und Mietwagenbetriebe bietet Kia in Deutschland den Passenger auch mit sechs und sieben Sitzen an sowie den rollstuhlgerechten PV5 WAV. Der Umrüster AMF Bruns baut daraus ein Inklusionstaxi. [7] Diese Varianten sind auf der österreichischen Kia-Website noch nicht gelistet. [1]

Was hinter den 10.000 Bestellungen steckt

Der PV5 kam in Deutschland im Dezember als Passenger und Cargo L2H1 auf den Markt, bestellbar war er schon seit Mai 2025. [6] Angekündigt sind noch der PV5 Crew, der Fracht und Personen kombiniert, und ein Cargo mit Hochdach. Mit dem größeren PV7 ab 2027 und dem PV9 ab 2029 will Kia die Familie auf mehr als 40 Varianten ausbauen. [6] Für alle PV5 gelten sieben Jahre Garantie bis 150.000 Kilometer, für die Antriebsbatterie acht Jahre oder 160.000 Kilometer. [3] [6]

Quellen und Referenzen

[1] Kia Austria — Kia PV5 Passenger (Modellseite, Stand 1. Oktober 2026, abgerufen am 25. Oktober 2026)
https://www.kia.com/at/pbv/fahrzeuge/pv5-passenger/entdecken/

[2] Kia Austria — Der neue Kia PV5 Passenger (Aktion, Stand 1. Oktober 2026)
https://www.kia.com/at/kaufberater/aktuelle-aktionen/pv5passenger-2026/

[3] Kia Austria — Kia PV5 Cargo (Modellseite, abgerufen am 25. Oktober 2026)
https://www.kia.com/at/pbv/fahrzeuge/pv5-cargo/entdecken/

[4] Kia Austria — Preis- und Ausstattungsliste Kia PV5 Passenger (Modelljahr 2026, Stand Jänner 2026)
https://www.kia.com/content/dam/kwcms/kme/at/de/assets/contents/utility/Pricelist/aktuell/Kia-Pricelist-PV5-Passenger.pdf

[5] Kia Austria — Preis- und Ausstattungsliste Kia PV5 Cargo L2H1 (Februar 2026)
https://www.kia.com/content/dam/kwcms/kme/at/de/assets/contents/utility/Pricelist/aktuell/Kia-Pricelist-PV5-Cargo.pdf

[6] ecomento.de — Kia PV5 knackt Marke von 10.000 Bestellungen in Deutschland, 22. Oktober 2026
https://ecomento.de/2026/10/22/kia-pv5-knackt-marke-von-10-000-bestellungen-in-deutschland/

[7] taxi heute — Kia PV5: 10.000 Bestellungen – auch für Taxi und Rollstuhltransport, 20. Oktober 2026
https://www.taxi-heute.de/de/galerien/unternehmens-wirtschaft-und-branchen-nachrichten-sonst-inklusionstaxi-elektromobilitaet-e-mobilitaet-lieferwagen-vans-und-transporter_kia-pv5-10-000-bestellungen-auch-fuer-taxi-und-rollstuhltransport-32234.html

[8] Frankfurter Allgemeine Zeitung — Im Test: Alpincamper macht Kias PV 5 zum Reisemobil, 22. Oktober 2026
https://www.faz.net/aktuell/technik-motor/motor/im-test-alpincamper-macht-kias-pv-5-zum-reisemobil-201311775.html

[9] AutoScout24 — Kia PV5 Cargo (2026) im Test: Ist das noch ein Transporter?
https://www.autoscout24.de/informieren/testberichte/kia/pv5-cargo/kia-pv5-cargo-test-2026/

[10] Merkur.de — Kia-Kleinbus im Test: Fairer Preis für den Elektro – doch einige Abstriche, 25. Oktober 2026
https://www.merkur.de/verbraucher/kia-kleinbus-im-test-fairer-preis-doch-einige-abstriche-zr-94545703.html