Volkswagen ruft Elektroautos der ID.-Familie und den Cupra Born wegen fehlerhafter Akkuzellen zurück, und Österreich ist dabei. Laut der Porsche Holding Salzburg, dem Generalimporteur der Konzernmarken, sind hierzulande rund 650 VW ID. und 200 Cupra Born betroffen, zusammen also etwa 850 Autos. [1] [2] Bis die Batterie geprüft ist, dürfen sie nur bis höchstens 80 Prozent geladen werden. [2] Bekannt ist der Rückruf seit Mitte Oktober, für die betroffenen Besitzer fängt er aber jetzt erst an: mit dem Brief des Importeurs, der Frage, ob das eigene Auto dabei ist, und weniger Reichweite im Alltag. Wir haben nachgerechnet, wie viel das je nach Modell ist.
Welche VW ID.-Modelle und Cupra Born betroffen sind
Betroffen sind der VW ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz sowie der Cupra Born, aber nicht alle Exemplare: Es geht um Autos aus begrenzten Produktionszeiträumen. [1] [3] Interne Qualitätsprüfungen haben laut Volkswagen ergeben, dass einzelne Hochvolt-Batteriezellen nicht den Anforderungen entsprechen. Ursache seien Fehler im Produktionsprozess bei Zulieferern. „In seltenen Fällen kann dies zu einer erhöhten thermischen Belastung dieser Batterien führen, im Extremfall könnte ein Brand entstehen“, so ein VW-Sprecher. [4]
Welche Modelle und Baujahre in Österreich im Einzelnen dabei sind, hat der Importeur nicht veröffentlicht. [1] [2] Genauer ist das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), das die Aktion unter drei Codes führt. [4] [5]
| Modell | Gebaut von … bis | Code (KBA) |
|---|---|---|
| VW ID.3, ID.4, ID.7, ID. Buzz | 13.07.2022 bis 06.06.2025 | 93MF |
| VW ID.3, ID.4, ID.7, ID. Buzz | 18.09.2023 bis 27.06.2025 | 93MV |
| Cupra Born | September 2022 bis Mai 2024 | 93W4 |
Weltweit sind es fast 72.700 Fahrzeuge, rund 68.000 VW und 4.691 Cupra; in Deutschland rund 10.000. [4] [3] Škoda-Modelle werden nicht genannt, bei Audi läuft laut ADAC noch eine Prüfung. [4] Der ID.5 steht nicht in der Liste des KBA. [4] Das zeigt, wie eng der Kreis gezogen ist: Nicht ein Modell ist fehlerhaft, sondern Autos mit Zellen aus bestimmten Lieferungen.
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Ist mein Auto dabei? So prüft man die Fahrgestellnummer (FIN)
Das Baujahr allein reicht für die Antwort nicht. Ein ID.3 von 2024 kann betroffen sein, der baugleiche aus der Nachbargarage nicht. Ausschlaggebend ist die einzelne Fahrgestellnummer, die sogenannte FIN oder VIN. So gehen Besitzer vor:
- Auf den Brief achten. Die Porsche Holding schreibt alle betroffenen Halterinnen und Halter an. Wer keinen Brief bekommt, ist laut Volkswagen nicht betroffen. [1] [2]
- Die FIN heraussuchen. Die 17-stellige Fahrzeug-Identifizierungsnummer steht im Zulassungsschein (Teil I, Feld E).
- Beim Servicebetrieb nachfragen. Ob das eigene Auto dabei ist, klärt der VW- oder Cupra-Partner anhand der Fahrgestellnummer. [1] Hilfreich ist es, die Aktionscodes aus der Tabelle oben zu nennen.
- In die App schauen. In Deutschland hat die Volkswagen-App betroffenen Haltern einen Hinweis angezeigt, dass das Laden bei 80 Prozent enden muss, wie ein vom ADAC veröffentlichter Screenshot zeigt. [4]
Ein Fallstrick ist das Datum im Zulassungsschein: Es zeigt die Erstzulassung, nicht den Bautag. Ein ID.4, der im Herbst 2025 zum ersten Mal angemeldet wurde, kann noch vor dem 27. Juni 2025 vom Band gelaufen sein. Umgekehrt sagt ein früheres Datum nicht, dass das Auto betroffen ist. Für Gebrauchtwagenkäufer gilt dasselbe: Die Frage nach offenen Rückrufen gehört mit der FIN vor den Kauf. Die Teilnahme am Rückruf ist für Halterinnen und Halter kostenlos. [1]

Was das 80-Prozent-Limit an Reichweite kostet
Die Begrenzung senkt die Belastung der Zellen, kostet aber Reichweite. [1] Weil der Akku nur noch zu vier Fünfteln voll wird, fällt auch rund ein Fünftel der Reichweite weg. Wir haben das mit den Normwerten (WLTP) der Datenbank EV Database für die gängigsten Versionen aus den betroffenen Baujahren durchgerechnet. [8] Je nach Akku fehlen zwischen 84 und 142 Kilometer: Ein Cupra Born mit 58-kWh-Akku kommt laut Norm noch 336 statt 420 Kilometer weit, ein ID.3 Pro S 447 statt 559 und ein ID.7 Pro S 567 statt 709 Kilometer.

Im Alltag ist der Wert kleiner, im Winter erst recht. EV Database schätzt für jedes Modell auch eine Reichweite bei -10 Grad mit Heizung auf gemischter Strecke. Mit dem Limit bleiben davon 232 bis 352 Kilometer, beim ID.3 Pro und beim ID. Buzz mit 77 kWh rund 236 Kilometer. [8] Auf der Autobahn ist es noch weniger. Für den Weg in die Arbeit spielt das kaum eine Rolle, für die Fahrt von Wien nach Innsbruck sehr wohl. Wie viel Akku man im österreichischen Alltag tatsächlich braucht, haben wir hier mit den ADAC-Verbrauchswerten nachgerechnet.

Auf langen Strecken kostet das Limit weniger, als die Zahlen vermuten lassen. Am Schnelllader sinkt die Ladeleistung über 80 Prozent ohnehin deutlich, weshalb ein typischer Ladestopp selten weiter geht. [8] Spürbar wird das Limit vor allem beim ersten Abschnitt einer Reise, wenn man daheim sonst auf 100 Prozent geladen hätte.

Was Besitzer bis zur Prüfung beachten sollten
Das Limit läuft über den Battery-Care-Modus des Autos. [2] Wo es technisch möglich ist, setzt das System die Grenze selbst; sonst sollen die Halter von Hand höchstens 80 Prozent laden, und im Innenraum kommt ein Warnaufkleber dazu. [3] [5] Laut Berichten von ID.-Buzz- und ID.7-Fahrern hat VW das Limit bei vielen Autos per Update aus der Ferne fest eingestellt: Es lässt sich zwar höher stellen, springt aber von selbst auf 80 Prozent zurück. [6] Wer noch kein Limit sieht, sollte es trotzdem einhalten. [1]
In Deutschland verlangt VW zusätzlich, betroffene Autos nur im Freien zu laden. [4] [7] Die Porsche Holding hat das für Österreich öffentlich nicht gesagt; maßgeblich ist der Brief, der laut Importeur auch den weiteren Ablauf erklärt. [2] [3]

In die Werkstatt muss zunächst nur ein Teil der Autos, in Österreich laut Konzern vorerst rund 50. [1] Dort wird die Hochvoltbatterie geprüft. Ist sie in Ordnung, wird die Ladebegrenzung aufgehoben. [2] Getauscht werden müssen fehlerhafte Module nach früheren Angaben eines VW-Sprechers nicht zwingend, möglicherweise genügt ein Software-Update. [3] Auf der dänischen VW-Seite war von einem zweiten Termin im ersten Quartal 2027 die Rede, mit einem Update, das mögliche Gefahren früher erkennen soll. [6] Der ADAC hält die Begrenzung als vorübergehende Sicherheitsmaßnahme für zulässig, aber nicht als Dauerzustand: Volkswagen müsse die Ursache rasch klären und eine dauerhafte technische Lösung anbieten. [4] [7]
Bildergalerie: die betroffenen Modelle
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Warum VW die Akkuzellen zurückruft
Das KBA nennt als Grund Hochvoltbatterien mit überlappenden Zellen, die nicht der Spezifikation entsprechen und beim Schnellladen überhitzen können. [6] Vorfälle mit Sach- oder Personenschäden waren nach KBA-Angaben zunächst nicht bekannt. [3] In Großbritannien läuft der Rückruf bereits, in den USA hat Volkswagen bei der Behörde NHTSA einen eigenen für 22.524 ID.4 der Modelljahre 2023 bis 2026 eingereicht. Dort stammen die Zellen von SK Battery America, und bestimmte Ladeprofile können zusammen mit einem Ladestand über 80 Prozent eine Hitzeausbreitung im Akku auslösen. [1]
Es ist nicht der erste Akku-Rückruf des Jahres. Im März hatte das KBA einen weltweiten Rückruf von rund 95.000 VW und Cupra wegen fehlerhafter Batteriemodule gemeldet, damals reichte ein Software-Update in der Werkstatt. [1] Ende September folgte ein davon unabhängiger Rückruf wegen einer korrosionsanfälligen Schraube am Lenkgetriebe, der in Österreich laut Porsche Holding rund 95.000 Autos von VW, Audi und Seat betraf. [1] [2] Die neuen Elektromodelle der Marke, etwa der ID. Tiguan, stehen nicht auf der Liste des aktuellen Rückrufs.

Für die rund 850 Besitzer in Österreich ist damit offen, wie lange das Limit bleibt: Einen Termin für die endgültige Lösung hat Volkswagen noch nicht genannt. [1]
Quellen und Referenzen
[1] news.at — VW-Rückruf: Rund 850 E-Autos in Österreich dürfen vorerst nur bis 80 Prozent laden, 19. Oktober 2026
https://www.news.at/buergerservice/vw-rueckruf-id3-id4-id7-batteriezellen-ladelimit-80-prozent-oesterreich
[2] MeinBezirk — Brandgefahr: Nächster Rückruf bei VW, auch E-Autos in Österreich betroffen, 16. Oktober 2026
https://www.meinbezirk.at/c-wirtschaft/naechster-rueckruf-bei-vw-auch-e-autos-in-oesterreich-betroffen_a8958942
[3] Die Presse (APA/dpa) — VW ruft mehr als 70.000 E-Autos zurück – auch in Österreich, 20. Oktober 2026
https://www.diepresse.com/41377395/vw-ruft-weltweit-mehr-als-70000-e-autos-zurueck-auch-in-oesterreich
[4] ADAC — Brandgefahr: Rückruf für VW ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz!, 21. Oktober 2026
https://www.adac.de/news/auto-rueckruf-vw-id-brandgefahr/
[5] auto motor und sport — Batterie-Alarm bei VW: 72.700 E-Autos im Rückruf, Ladelimit verordnet, 20. Oktober 2026
https://www.auto-motor-und-sport.de/elektroauto/batterie-alarm-bei-vw-72-700-e-autos-im-rueckruf/
[6] nextmove — VW-Akku-Rückruf jetzt offiziell: 68.000 ID.-Modelle betroffen, Ladelimit 80 % hart gesetzt, 23. Oktober 2026
https://nextmove.de/news/vw-akku-rueckruf-offiziell-kba-68000-id-modelle/
[7] teltarif.de — Akku-Brandgefahr bei VW: Für diese E-Autos gilt ein Ladelimit, 26. Oktober 2026
https://www.teltarif.de/eauto-akku-brandgefahr/news/107083.html
[8] EV Database — Datenblätter ID.3 Pro, ID.3 Pro S, ID.4 Pro, ID.7 Pro, ID.7 Pro S, ID. Buzz Pro, ID. Buzz LWB Pro, Cupra Born 58 und 77 kWh (WLTP, Real Range, Laden), abgerufen am 27. Oktober 2026
https://ev-database.org/car/1831/Volkswagen-ID3-Pro
https://ev-database.org/car/2210/Volkswagen-ID3-Pro-S
https://ev-database.org/car/2028/Volkswagen-ID4-Pro
https://ev-database.org/car/1839/Volkswagen-ID7-Pro
https://ev-database.org/car/1840/Volkswagen-ID7-Pro-S
https://ev-database.org/car/1651/Volkswagen-ID-Buzz-Pro
https://ev-database.org/car/2154/Volkswagen-ID-Buzz-LWB-Pro
https://ev-database.org/car/1517/CUPRA-Born-170-kW---58-kWh
https://ev-database.org/car/1518/CUPRA-Born-170-kW---77-kWh







