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Stellantis baut den billigen LFP-Akku schon in den Fiat Grande Panda, doch pro Kilometer Reichweite kostet der Panda in Österreich so viel wie ein Peugeot E-208

Stellantis will ab 2027 viele Elektroautos von Peugeot, Opel und Fiat von NMC- auf billigere LFP-Akkus umstellen, hat Konzernchef Antonio Filosa angekündigt. In Österreich fahren Fiat Grande Panda, Citroën ë-C3 und Opel Frontera schon damit, pro Kilometer Normreichweite sind sie laut einer Rechnung von Motor News aber nicht günstiger als ein Peugeot E-208 mit NMC-Akku.

Text geprüft und freigegeben von Antoine BOUQUET
Video Motor News (1:16): Was der billigere LFP-Akku von Stellantis bringt und warum der Fiat Grande Panda pro Kilometer Reichweite so viel kostet wie ein Peugeot E-208.
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Gefallen ist der Satz eher beiläufig, in der Fragerunde nach den Quartalszahlen am 28. Oktober. Ein Analyst hatte nach dem Wettbewerbsdruck in Europa gefragt, wo der Konzern im dritten Quartal ein bereinigtes Betriebsergebnis von minus 311 Millionen Euro geschrieben hat. Konzernchef Antonio Filosa nannte zwei Hebel für 2027: die neue Plattform STLA One und einen Wechsel der Zellchemie. „Wir werden außerdem bei vielen Modellen von der NMC- auf die LFP-Batteriechemie umstellen. Das ist eine erhebliche Einsparung bei den Batteriekosten“, sagte er (eigene Übersetzung) [1].

Welche Modelle, ab wann genau und um wie viel billiger, sagte Filosa nicht [1][2]. Für Käufer in Österreich lässt sich trotzdem schon einiges ablesen, denn die günstigere Technik steckt bereits in drei Stellantis-Modellen, die hier in der Preisliste stehen.

Stellantis und LFP: Welche Peugeot-, Opel- und Fiat-Modelle betroffen sind

Die beiden Akkutypen unterscheiden sich im Material der Kathode. NMC steht für Nickel, Mangan und Kobalt: Diese Zellen speichern viel Energie auf wenig Gewicht und Raum, die Rohstoffe sind aber teuer. LFP steht für Lithium-Eisenphosphat und kommt ohne Nickel und Kobalt aus. Solche Zellen sind billiger und gelten als sehr langlebig, speichern aber weniger Energie je Kilogramm [5].

Heute fahren bei Stellantis vor allem die Kleinen der „Smart Car“-Plattform mit LFP: der Fiat Grande Panda Elektro, der Citroën ë-C3 und der Opel Frontera Electric [2]. In den österreichischen Preislisten von Fiat und Citroën steht der Akkutyp ausdrücklich, als „LFP Lithium-Eisenphosphat“ beziehungsweise „Lithium-Ferrophosphat“ [8][9]. Die meisten anderen Elektroautos des Konzerns nutzen NMC, darunter der Peugeot E-208, der Opel Corsa Electric und der Fiat 500e [2][3].

Gerade aktuell

Einen Namen hat der Wechsel bisher nur beim Fiat 500e. Europachef Emanuele Cappellano hatte schon im Juli neue Batterien für 2027 versprochen, entwickelt und gebaut im Turiner Werk Mirafiori, die den Kleinwagen „noch wettbewerbsfähiger und attraktiver“ machen sollen (eigene Übersetzung) [6]. Laut Automotive News Europe sind das LFP-Zellen [3], laut Automobilwoche soll der 500e dadurch bis zu 4.000 Euro günstiger werden [4].

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Der zweite Kandidat ist der nächste Peugeot E-208. Er startet 2027 als erstes Modell auf STLA One und wird im spanischen Figueruelas gebaut, gemeinsam mit dem nächsten Opel Corsa Electric. Gleich neben dem Werk entsteht eine Zellfabrik von Stellantis und CATL für LFP-Zellen. Bestätigt ist die Zellchemie des neuen E-208 aber noch nicht [5]. Beim Investorentag im Mai hatte Stellantis die Plattform schon als „Grundlage unserer neuen Batteriestrategie“ bezeichnet: Zuerst werde man LFP „hochskalieren“, um die Autos erschwinglicher zu machen [7]. Nach Peugeot sollen Opel, Jeep und Alfa Romeo Modelle auf STLA One bringen [7].

ModellAkkuListenpreis · WLTPEuro je km
Fiat Grande Panda Elektro
POP, 44 kWh
LFP, 43,8 kWh netto24.500 € · 320 km76,6 €
Citroën ë-C3
Standard Range
LFP, 43,8 kWh netto25.760 € · 326 km79,0 €
Opel Frontera Electric
Start, 44 kWh
LFP, 43,7 kWh netto28.890 € · 305 km94,7 €
Fiat 500e
POP, 42 kWh
NMC, 37,3 kWh netto25.900 € · 334 km77,5 €
Opel Corsa Electric
Start, 136 PS
NMC, 46,3 kWh netto30.990 € · 355 km87,3 €
Opel Corsa Electric
Edition, 156 PS
NMC, 51,0 kWh netto32.790 € · 429 km76,4 €
Peugeot E-208
Style, 136 PS
NMC, 46,0 kWh netto32.260 € · 363 km88,9 €
Peugeot E-208
Style, 156 PS
NMC, 51,0 kWh netto33.260 € · 432 km77,0 €

Preis: Der LFP-Akku senkt den Einstieg, aber nicht den Preis je Kilometer

Für die Tabelle haben wir aus den aktuellen österreichischen Preislisten jeweils die Einstiegsversion jedes Akkus genommen und den Listenpreis durch die WLTP-Reichweite geteilt [8][9][10][11]. Aktionsboni sind nicht abgezogen, sie ändern sich laufend und setzen oft Finanzierung oder Eintausch voraus.

Beim Einstiegspreis macht LFP den Unterschied. Der Grande Panda POP kostet 24.500 Euro und damit 6.490 Euro weniger als der günstigste Corsa Electric. Auch je Kilowattstunde nutzbarer Akkukapazität ist er billiger: 559 Euro beim Panda, 652 Euro beim E-208 mit 156 PS, ein Abstand von 14 Prozent.

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Rechnet man aber pro Kilometer Normreichweite, ist der Vorsprung weg. Der Panda kostet 76,6 Euro je WLTP-Kilometer, der E-208 mit 156 PS 77,0 Euro, der Corsa Electric mit 156 PS 76,4 Euro. Der Grund liegt im Verbrauch: Der Panda braucht laut WLTP 16,8 Kilowattstunden je 100 Kilometer [8], der E-208 mit 156 PS 14,0 bis 14,5 [11]. Das ist nicht allein eine Frage der Zellchemie, auch Gewicht, Form und Antrieb bestimmen den Verbrauch. Am teuersten je Kilometer ist mit 94,7 Euro ausgerechnet ein LFP-Modell, der Opel Frontera mit 44-kWh-Akku.

Balkendiagramm, Euro Listenpreis je Kilometer WLTP-Reichweite: Opel Corsa Electric Edition, 156 PS 76,4 Euro (NMC), Fiat Grande Panda Elektro POP, 44 kWh 76,6 Euro (LFP), Peugeot E-208 Style, 156 PS 77,0 Euro (NMC), Fiat 500e POP, 42 kWh 77,5 Euro (NMC), Citroën ë-C3 Standard Range 79,0 Euro (LFP), Opel Corsa Electric Start, 136 PS 87,3 Euro (NMC), Peugeot E-208 Style, 136 PS 88,9 Euro (NMC), Opel Frontera Electric Start, 44 kWh 94,7 Euro (LFP). Darunter die Winterreichweite bei minus 10 Grad in Prozent der WLTP-Angabe: Opel Frontera Electric 67 Prozent, 205 km, Fiat Grande Panda Elektro 67 Prozent, 215 km, Peugeot E-208 65 Prozent, 280 km, Fiat 500e 58 Prozent, 195 km.
Listenpreis je Kilometer WLTP-Reichweite der Stellantis-Elektroautos in Österreich, LFP gegen NMC, und die geschätzte Reichweite bei minus 10 Grad. Infografik: Motor News, Berechnung nach den österreichischen Preislisten und der EV Database.

Daraus folgt, was der Wechsel 2027 bringen kann: Billigere Zellen machen ein Auto erst dann günstiger je Kilometer, wenn sie in einem effizienten Auto mit genug Kapazität stecken und die Ersparnis im Preis landet. Genau das hat Filosa nicht versprochen. Er sprach von Kosten und Marge, nicht von niedrigeren Listenpreisen [1][2]. Beim 500e wäre der Effekt leicht nachzurechnen: Er steht heute mit 42-kWh-Akku um 25.900 Euro in der Fiat-Preisliste [8]. Gingen die gemeldeten 4.000 Euro voll an die Kunden, läge er bei rund 21.900 Euro.

Wer heute kauft, sollte ohnehin genauer auf die Aktionen schauen als auf die Zellchemie. Opel gibt auf den Corsa Electric Start laut Preisliste vom 1. Oktober bis zu 9.500 Euro Boni, davon 4.000 Euro Privatkundenbonus und 1.000 Euro Entrybonus, der Rest nur mit Eintausch, Finanzierung über die Stellantis Bank, Servicevertrag und Versicherungspaket [10].

Roter Hyundai Ioniq 3 mit schwarzem Dach von schräg vorne in Fahrt auf einer Straße durch einen Wald, die Umgebung abgedunkelt und verwischt.

Reichweite und Laden im Winter: Was LFP für Fahrer in Österreich bedeutet

Nahaufnahme der verschneiten, mit Raureif überzogenen Heckpartie eines silbernen Kleinwagens in einer Einfahrt bei Dämmerung, in der offenen Ladebuchse steckt ein schwarzer Ladestecker mit grün leuchtender Anzeige, im Hintergrund ein warm beleuchteter Hauseingang.
Ein kleines Elektroauto lädt an einem frostigen Abend vor dem Haus: Ein LFP-Akku sollte regelmäßig ganz voll geladen werden, und wer im Winter schnell laden will, braucht einen vorgewärmten Akku. Symbolbild: Motor News

Bei der Reichweite in der Kälte schneidet LFP in den Schätzungen der EV Database nicht schlechter ab. Bei minus 10 Grad mit Heizung kommt der Grande Panda dort auf 215 Kilometer, das sind 67 Prozent seiner WLTP-Angabe. Der Frontera mit 44 kWh hält ebenfalls 67 Prozent, der E-208 mit 156 PS 65 Prozent und der 500e mit NMC-Akku nur 58 Prozent [12]. In absoluten Kilometern bleibt der größere Akku vorn: Der E-208 schafft im Winter 65 Kilometer mehr als der Panda.

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Spürbarer ist der Unterschied an der Ladesäule. Ein kalter Akku nimmt weniger Leistung an, das gilt für alle Elektroautos. Fiat schreibt in seiner österreichischen Preisliste, die maximale Ladeleistung werde über 20 Grad gemessen und nehme bei tieferen Temperaturen „stark ab“ [8]. LFP-Zellen gelten bei Kälte als anspruchsvoller, ein gutes Wärmemanagement und das Vorwärmen des Akkus vor dem Schnellladen sind deshalb besonders wichtig [5]. Im Datenblatt lädt der Grande Panda an einer 100-kW-Säule in 27 Minuten von 20 auf 80 Prozent [8], an einem frostigen Morgen ohne vorgewärmten Akku dauert das länger.

Für den Alltag gilt bei LFP eine andere Laderegel als bei NMC:

  • Regelmäßig auf 100 Prozent laden. Die Spannung eines LFP-Akkus ändert sich über weite Teile des Ladestands kaum. Mercedes etwa verlangt von Fahrern seines ersten LFP-Modells deshalb regelmäßige Vollladungen, damit das Batteriemanagement den tatsächlichen Energieinhalt „präzise erfassen“ kann [13]. Sonst wird die Restreichweiten-Anzeige ungenau, gerade im Winter.
  • Nach der Fahrt laden, nicht vor dem Start. Kurz nach dem Abstellen ist der Akku noch warm und nimmt mehr Leistung an als nach einer Frostnacht.
  • Vor dem Schnelllader vorwärmen. Wo das Auto den Akku vorkonditionieren kann, die Ladesäule als Ziel ins Navi eingeben.

Was die Kälte an Stromkosten je 100 Kilometer bedeutet und wie groß der Akku für Pendelstrecken in Österreich sein muss, haben wir in einer eigenen Rechnung zu Akku und Ladekosten durchgespielt.

Dunkelgraues Elektro-SUV lädt in der Abenddämmerung an einer Schnellladesäule einer verschneiten Autobahnraststation, dahinter schneebedeckte Berggipfel.

Konkreter will Stellantis bei der Vorstellung der Jahreszahlen werden. Dort soll es um das Programm für 2027 gehen, Filosa verwies die Analysten mit Fragen dazu ausdrücklich auf diesen Termin [1].

Quellen und Referenzen

[1] Stellantis — Q3 2026 Financial Results Call, Transkript, 28. Oktober 2026 (The Motley Fool)
https://www.fool.com/earnings/call-transcripts/2026/10/29/stellantis-stla-q3-2026-earnings-call-transcript/

[2] Elektroauto-News — Stellantis: Viele E-Autos bekommen ab 2027 günstigere LFP-Akkus, 2. November 2026
https://www.elektroauto-news.net/news/stellantis-2027-lfp-akkus

[3] Automotive News Europe — Stellantis to switch ‘many’ European nameplates to low-cost LFP batteries, 29. Oktober 2026
https://www.autonews.com/stellantis/ane-stellantis-lfp-1029/

[4] Automobilwoche — LFP-Batterien: Wie Stellantis Tausende Euro pro E-Auto sparen will, 2. November 2026
https://www.automobilwoche.de/autohersteller/stellantis/amw-wie-stellantis-dank-lfp-batterien-tausende-euro-pro-e-auto-sparen-will/

[5] ElektroQuatsch — Stellantis setzt 2027 breit auf günstigere LFP-Akkus, 1. November 2026; Peugeot E-208 2027: LFP-Akku und Steer-by-Wire, 23. Oktober 2026
https://www.elektroquatsch.de/artikel/stellantis-2027-guenstigere-lfp-akkus-europa
https://www.elektroquatsch.de/artikel/peugeot-e-208-2027-lfp-akku-steer-by-wire

[6] Auto.it — Fiat 500e farà più strada con l'aggiornamento in arrivo, 14. Juli 2026
https://www.auto.it/news/anteprime/2026/07/14-8969710/fiat_500e_far_pi_strada_con_l_aggiornamento_in_arrivo

[7] Stellantis — Investor Day 2026, FaSTLAne 2030, vollständiges Transkript, 21. Mai 2026
https://www.stellantis.com/content/dam/stellantis-corporate/investors/events/stellantis-investor-day-2026/transcript/Stellantis-Investor-Day-2026-FaSTLAne2030-Transcript-Full.pdf

[8] FCA Austria — Preisliste Fiat Grande Panda, Datenstand 1. Juli 2026; Preisliste Fiat 500 Hybrid und Elektro, Datenstand 1. Oktober 2026
https://www.fiat.at/content/dam/fiat2023/at/pricelist/grande-panda/july_26/Preisliste_Fiat_Grande_Panda_2026-07-01.pdf
https://www.fiat.at/content/dam/fiat2023/at/pricelist/500-hybrid/oct-26/Preisliste_Fiat_500_MY26.pdf

[9] Citroën Österreich — Preise, Ausstattung und Technik Citroën ë-C3 und C3, Juli 2026
https://www.citroen.at/content/dam/citroen/austria/downloads/preislisten/08-26/E-C3_und_C3_Produktblatt_2026_07.pdf

[10] Opel Austria — Preislisten Opel Corsa und Opel Frontera, Stand 1. Oktober 2026
https://www.opel.at/content/dam/opel/austria/fahrzeuge/downloads/preislisten/OPEL_CORSA_Preisliste_MYK0-02_01102026.pdf
https://www.opel.at/content/dam/opel/austria/fahrzeuge/downloads/preislisten/OPEL_FRONTERA_Preisliste_MYD0-01_01102026.pdf

[11] Peugeot Austria — Peugeot 208: Preise, Ausstattungen und technische Daten, Stand 3. August 2026
https://www.peugeot.at/content/dam/peugeot/austria/downloads/preisliste/Preisliste_208.pdf

[12] EV Database — Fiat Grande Panda 44 kWh, Opel Frontera Electric 44 kWh, Peugeot e-208 54 kWh 156, Fiat 500e Hatchback 42 kWh (Real Range, Cold Weather Combined), abgerufen am 2. November 2026
https://ev-database.org/car/2251/Fiat-Grande-Panda-44-kWh
https://ev-database.org/car/2238/Opel-Frontera-Electric-44-kWh
https://ev-database.org/car/3223/Peugeot-e-208-54-kWh
https://ev-database.org/car/1285/Fiat-500e-Hatchback-42-kWh

[13] auto motor und sport — Mercedes CLA 200 EQ: Neuer E-Mercedes muss regelmäßig die Batterie neu justieren, 28. Jänner 2026
https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/mercedes-cla-200-eq-neuer-e-mercedes-muss-regelmaessig-die-batterie-neu-justieren

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