Polestar verkauft in Österreich das neue Modelljahr 2027 seines großen Elektro-SUV Polestar 3. Laut der österreichischen Website der Marke kostet es ab 79.900 Euro mit Heckantrieb, ab 86.900 Euro als Allradler Dual Motor und ab 103.400 Euro als Performance. [1] Unter dem Blech steckt seit dem Update eine 800-Volt-Technik: An der Schnellladesäule lädt der Polestar 3 mit bis zu 350 kW und kommt laut Hersteller in 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent, mehr als ein Viertel schneller als zuvor. [1] [3] Gleichzeitig stieg die Leistung aller Versionen, beim Performance auf 500 kW (680 PS). [1] Motor News ist das neue Modelljahr noch nicht gefahren: Alle Werte in diesem Überblick sind Herstellerangaben, ergänzt um zwei Tests aus Österreich und Deutschland. [4] [5]
Drei Versionen: die Preise in Österreich
Mit dem Update hat Polestar die Versionen neu benannt. Statt „Long Range Single Motor“ und „Long Range Dual Motor“ heißen sie jetzt schlicht Rear Motor, Dual Motor und Performance. [3] Der Rear Motor fährt mit Heckantrieb und einem kleineren Akku mit 92 kWh, die beiden anderen haben Allradantrieb und 106 kWh. [1] Als Elektroautos zahlen alle drei in Österreich keine NoVA.
| Version | Leistung | Reichweite (WLTP) | Listenpreis |
|---|---|---|---|
| Rear Motor, 92 kWh | 245 kW / 333 PS | bis 603 km | 79.900 € |
| Dual Motor, 106 kWh | 400 kW / 544 PS | bis 647 km | 86.900 € |
| Performance, 106 kWh | 500 kW / 680 PS | bis 601 km | 103.400 € |
Zum Vergleich: Als der Polestar 3 im September 2023 erstmals in Österreich gezeigt wurde, kostete der damalige Long Range Dual Motor mit 360 kW zur Einführung 89.900 Euro. [7] Der heutige Dual Motor hat 40 kW mehr und kostet 3.000 Euro weniger. Nach unserer Rechnung sinkt der Preis pro Kilowatt Leistung damit von rund 250 auf rund 217 Euro. In Deutschland nennt Elektroauto-News 87.900 Euro für den Dual Motor und 106.900 Euro für den Performance, also 1.000 und 3.500 Euro mehr als in Österreich. [4]

Dazu kommt bis Ende November eine Aktion. Die „Nordic Edition“ ist laut Polestar Österreich ein Aktionsmodell mit einem Preisvorteil von bis zu 18.410 Euro auf Fahrzeuge des Modelljahres 2027, lagernd oder frei konfiguriert; wer das Prime-Paket wählt, bekommt darauf weitere 1.000 Euro brutto Rabatt. [2] Der Dual Motor kostet als Nordic Edition 69.990 Euro bar, das sind 16.910 Euro unter dem Listenpreis. [2] Die Aktion gilt bei Bestellung bis 30. November 2026 und Auslieferung bis 31. März 2027. [2]
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Polestar kombiniert die Aktion mit Leasing ab 0,99 Prozent Fixzins. Das Rechenbeispiel der Marke für den Dual Motor: 20.997 Euro Anzahlung, 36 Monate, 10.000 Kilometer pro Jahr, 423,13 Euro Monatsrate und 35.002 Euro Restwert; insgesamt zahlt man 71.593,85 Euro. [2] Wer das Auto nach drei Jahren behalten will, muss den Restwert dazurechnen.

Mehr Leistung: neuer Heckmotor für alle Versionen
Alle drei Versionen haben einen neuen, von Polestar selbst entwickelten Heckmotor, einen permanenterregten Synchronmotor. Bei den Allradlern arbeitet er mit einem Asynchronmotor an der Vorderachse zusammen, der sich abkoppelt, wenn er nicht gebraucht wird. Das soll Strom sparen. Die Kraft liegt dadurch stärker auf der Hinterachse. [3]
Der Rear Motor leistet jetzt 245 kW (333 PS) und 480 Nm, beschleunigt in 6,5 Sekunden auf 100 km/h und fährt bis zu 210 km/h. Der Dual Motor kommt auf 400 kW (544 PS) und 740 Nm, der Performance auf 500 kW (680 PS) und 870 Nm; beide sind bei 230 km/h abgeregelt und brauchen 4,7 beziehungsweise 3,9 Sekunden auf 100 km/h. [1] Zum Vergleich: Der Performance des Vorjahres leistete 380 kW. [6]

Die Akkus kommen jetzt von CATL. Der Allradler hat 106 kWh, sein Vorgänger hatte noch 111 kWh. [4] Trotzdem nennt Polestar Österreich mehr Reichweite: bis 647 Kilometer für den Dual Motor, 603 für den Rear Motor und 601 für den Performance. [1] Laut Polestar wird das neue System im WLTP-Zyklus bis zu 6 Prozent effizienter. [3] Den Normverbrauch gibt die Marke mit 17,7 bis 21,6 kWh pro 100 Kilometer für den Rear Motor und 19,0 bis 23,1 kWh für die Allradler an. [1] Elektroauto-News fuhr den Performance eine Woche und kam ungefähr auf den Normwert von 20,5 kWh, mit Ausschlägen nach oben bei zügiger Fahrt. [4]
Schwer bleibt der Polestar 3: Je nach Version wiegt er leer 2.315 bis 2.605 Kilogramm. Die Allradler ziehen gebremst bis 2.200 Kilogramm, der Rear Motor bis 1.500 Kilogramm. [1]
Laden: 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent
Das ist die wichtigste Neuerung. Der alte Polestar 3 arbeitete mit 400 Volt und lud mit maximal 250 kW. [4] Jetzt sind es bis zu 350 kW bei Dual Motor und Performance und bis zu 310 kW beim Rear Motor. Von 10 auf 80 Prozent dauert es laut Polestar Österreich bei allen drei Versionen 22 Minuten. [1] Bei 70 Prozent des 106-kWh-Akkus sind das rechnerisch rund 74 kWh in 22 Minuten, also im Schnitt etwa 200 kW. Diese Rechnung geht vom angegebenen Akkuinhalt aus.

Das gilt allerdings nur an Schnellladesäulen mit 800 Volt. An älteren 400-Volt-Säulen lädt der Polestar 3 mit höchstens 120 kW; von 10 auf 80 Prozent dauert es dann 30 Minuten beim Rear Motor und 32 Minuten bei den Allradlern. [1] Unterwegs hilft Plug & Charge nach ISO 15118: Das Laden startet, sobald der Stecker steckt, wenn die Säule das unterstützt. [1]
Im Test von Elektroauto-News lieferte eine Säule tatsächlich rund 350 kW zum Start. Von 18 auf 96 Prozent flossen in knapp 44 Minuten gut 88 kWh, im Schnitt 121 kW, weil die Leistung über 80 Prozent stark sinkt. [4] An der Wallbox bleibt es bei 11 kW Wechselstrom, einen 22-kW-Lader bietet Polestar auch gegen Aufpreis nicht an. Eine volle Ladung von 0 auf 100 Prozent dauert damit rund zehn Stunden. [1] [4]

Neuer Computer, Pakete und Ausstattung
Im Polestar 3 steckt ein neuer Zentralrechner, der NVIDIA DRIVE AGX Orin statt des bisherigen Xavier. Er schafft 254 statt 30 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde, mehr als achtmal so viel, und steuert unter anderem die Assistenzsysteme und das Batteriemanagement. Besitzer älterer Polestar 3 sollen den Rechner kostenlos nachgerüstet bekommen; Polestar meldet sich dafür bei den Kunden. [3] Als Sprachassistent ist Google Gemini an Bord. [4]

Rear Motor und Dual Motor fahren serienmäßig auf 20-Zoll-Felgen mit passivem Fahrwerk. Der Performance hat 22-Zoll-Felgen mit Pirelli-P-Zero-Reifen, eine aktive Zweikammer-Luftfederung und Brembo-Bremssättel in Schwedengold. Die Luftfederung gibt es für den Dual Motor als Option. [1] Die Extras sind in Pakete gebündelt: Das Klima-Paket bringt beheizte Rücksitze, Lenkrad und Wischerblätter, das Prime-Paket fasst Pilot-, Plus- und Klima-Paket mit getönten hinteren Scheiben zusammen. [3] Ein elektrochromes Glasdach, das sich verdunkeln lässt, gibt es nur als Einzeloption zum Plus-Paket. [1]

Platz bietet der 4,90 Meter lange Polestar 3 reichlich: Der Kofferraum fasst bis zu den Rücksitzlehnen 484 Liter, inklusive 90 Liter unter dem Boden, und mit umgeklappter Rückbank 1.411 Liter. [1]

Was Tests bemängeln
Der KURIER hat den Performance in Österreich getestet und lobt Sitze, Geräuschdämmung und das Soundsystem von Bowers & Wilkins mit 25 Lautsprechern. Kritik gibt es an der Bedienung: Die Menüs wirken anfangs wie ein Labyrinth, der Blinkerhebel rastet nicht ein, und das Glasdach des Testwagens ließ sich nicht verdunkeln. [5]
Elektroauto-News berichtet von einem ernsteren Vorfall. Bei rund 140 km/h auf der Autobahn fielen Fahrerdisplay und Head-up-Display ohne Vorwarnung aus, die Geschwindigkeit war nicht mehr zu sehen. Nach rund fünf Minuten in Parkstellung startete die Software neu. Polestar spricht nach der Diagnose von einem nicht reproduzierbaren Einzelfall. [4] Zu bemängeln ist laut Test außerdem, dass selbst Funktionen wie die Rekuperation über Untermenüs des Touchscreens eingestellt werden. [6]
Bildergalerie: der Polestar 3 mit 800 Volt innen und außen
12 Fotos · wischen











Garantie und Service
Polestar gibt in Österreich drei Jahre oder 100.000 Kilometer Garantie auf das Auto und acht Jahre oder 160.000 Kilometer auf den Akku. Fällt der Akku in dieser Zeit unter 70 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität, wird er kostenlos repariert oder ersetzt. Gegen Durchrostung gelten zwölf Jahre. In den ersten zwei Jahren oder 30.000 Kilometern braucht der Polestar 3 laut Hersteller kein Service, Pannenhilfe ist drei Jahre inklusive. [1]

Wie sich Reichweite und Ladekurve im österreichischen Winter schlagen, zeigen erst unabhängige Messungen. Probefahrten bietet Polestar über seine Website an. [1]
Quellen und Referenzen
[1] Polestar Österreich — Polestar 3: Technische Daten und Preise (Modelljahr 2027), abgerufen am 29. Oktober 2026
https://www.polestar.com/at/polestar-3/specifications/
[2] Polestar Österreich — Polestar 3 Angebote für Privatkunden („Nordic Edition“, Leasing-Rechenbeispiel), abgerufen am 29. Oktober 2026
https://www.polestar.com/at/offers/private/polestar-3/
[3] Polestar Global Newsroom — New 800 Volt Polestar 3: faster charging, more power, and increased intelligence, 1. Oktober 2025
https://media.polestar.com/releases/791?lang=ww_WW
[4] Elektroauto-News — Polestar 3: Mehr Schub, kürzere Pausen, offene Fragen, Oktober 2026
https://www.elektroauto-news.net/news/polestar-3-800-volt-awd-offene-fragen
[5] KURIER — Polestar 3 im Test: Ein kostspieliger Genuss auf breiten Rädern, 23. Oktober 2026
https://kurier.at/motor/polestar-3-test-suv-fahrbericht-e-auto/403199398
[6] Schmidtis Blog — Polestar 3 Performance: 800-Volt-Laden und der Display-Blackout bei 140 km/h, 24. Oktober 2026
https://www.schmidtisblog.de/polestar-3-test-800v-ladeleistung-display-ausfall-1819303/
[7] KURIER — Erstmals live in Österreich: So schön ist der neue Polestar 3, 8. September 2023
https://kurier.at/motor/news/erstmals-live-in-oesterreich-so-schoen-ist-der-neue-polestar-3/402587210



